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		<title>Karpatenrundschau</title>
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		<description>Karpatenrundschau Artikel</description>
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			<title>Karpatenrundschau</title>
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		<lastBuildDate>Thu, 19 Aug 2010 11:11:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Noch manche Seiten</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/noch-manche-seiten/</link>
			<description>Gespräch mit Dr. Horst Schuller Anger aus Anlass seines 70. Geburtstages</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Gespräch mit Dr. Horst Schuller Anger aus Anlass seines 70. Geburtstages</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Prof. Dr. Horst Schuller Anger feierte am 13. August seinen 70. Geburtstag. Nach dem Hochschulstudium (Deutsch und Rumänisch) zwischen 1957 und 1962 in Klausenburg war Horst Schuller zunächst (von Oktober 1962 bis März 1968) als Deutschlehrer in Marienburg/Feldioara tätig. 1968 wechselte er aus dem Lehramt in die Publizistik und war bis 1996 verantwortlicher Kulturredakteur (ab 1990 auch Chef vom Dienst) der in Kronstadt erscheinenden „Karpatenrundschau“. Er leitete nach Richard Adleff und Hannes Schuster den Literaturkreis der „Karpatenrundschau“ und machte sich u .a. um die Treffen siebenbürgischer Mundartautoren verdient. Mehrere Jahre hindurch war er ehrenamtlich für die Kulturkommission des Siebenbürgen-Forums tätig, wobei er die Moderation der Birthälmer Sachsentreffen, der Treffen von Russlanddeportierten (in Kronstadt und Neustadt) sowie die inhaltliche Gestaltung einer originellen Pilgerfahrt Stefan Ludwig Roth zum Gedenken organisierte. Der seit 2003 in Heidelberg lebende Journalist und Germanist, der nach der politischen Wende Einladungen zu zahlreichen internationalen Tagungen wahrnehmen konnte,&nbsp; kann neben seiner publizistischen Tätigkeit literaturwissenschaftliche Forschungen und Veröffentlichungen vorweisen wie auch eine verdienstvolle Tätigkeit als Hochschullehrer und Betreuer von Doktoranden an der Hermannstädter Universität, wo er ab 1990 bis zu seiner Auswanderung am Germanistik-Lehrstuhl wirkte. Für seine Veröffentlichungen („Kontakt und Wirkung. Literarische Tendenzen der siebenbürgischen Kulturzeitschrift 'Klingsor'“, 1994, und „Viele…file“, 2000, (eine zweisprachige Anthologie mit übersetzen Texten rumäniendeutscher und rumänischer Autoren) wurde er mit Preisen der Kronstädter Zweigstelle des Rumänischen Schriftstellerverbandes ausgezeichnet.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><br />Sie haben als langjähriger Kulturredakteur der „Karpatenrundschau“, aber nach der Wende auch als Hochschulprofessor am Germanistiklehrstuhl der Hermannstädter Lucian-Blaga-Universität die rumäniendeutsche Literaturszene beobachtet, begleitet und reflektiert. Durch die Vergabe des Literatur-Nobelpreises an Herta Müller erhielt eine Autorin, deren prägende Lebenserfahrung an Rumänien gebunden ist, höchste internationale Anerkennung. Hierzulande erhoffte man sich, in Deutschland werde dadurch mehr Interesse an Rumänien und für die rumäniendeutsche Literatur geweckt. Ist das tatsächlich geschehen?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Aller Skepsis und Kleingläubigkeit zum Trotz, die aus dieser Frage sprechen mag, muss man feststellen: Ja, das Interesse ist gewachsen. Vor allem in Deutschland, aber notabene nicht nur in Deutschland. Freilich ein klärendes und kein verklärendes Interesse.<br />Die zum Teil auch widersprüchlichen Reaktionen in den deutschen Medien (zum Beispiel DIE ZEIT), die Auflagen und Neuauflagen, CD-Aufnahmen, Lizenzvergaben an viele ausländische Verlage, die ausgebuchten Vortragstermine von Herta Müller, ihre floskelfreien Gespräche mit Moderatoren, die Fernsehbilder aus Stockholm, das von Freunden in Berlin ausgerichtete „Fest für Herta“, die Veröffentlichung ihrer unnachgiebigen Stellungnahmen zu Bespitzelungskampagnen und ungebremsten Altsecuristen-Karrieren zeugen für das gesteigerte Interesse an Vita und Werk der Autorin. Freilich ein Interesse wie die meisten in kurzlebigen Zeiten: ohne Garantie auf rostfreie Nachhaltigkeit oder die Gnade einer Leibrente. <br />Wichtiger und ehrlicher als der in Ihrer Frage angepeilte Wunsch nach mitwärmenden Nebeneffekten und impliziter Stärkung eines dauernd labilen Selbstbewusstseins durch diesen Autorenerfolg scheint mir, dass durch diesen Preis die rumänische Publizistik und Literaturszene zur klaren Scheidung der Geister und zu Rezeptionsakten herausgefordert wurden, die in der öffentlichen Wirkung über das hinausgehen, was die rumänische Germanistik bis dahin schon an Vorlesungen, Dissertationen, Übersetzungen, Analysen und Aufsätzen über Herta Müller (aber auch über Oskar Pastior, Eginald Schlattner, Dieter Schlesak u. a. ) geleistet hat.<br />Und das bleibt wohl auch der Sinn und die Funktion der erwähnten hohen Auszeichnung und zahlreicher anderer Preise: Es geht normal und primär um die Verfasserin dieser Literatur, der Anerkennung, Ermutigung und ein gewisser Schutz der Öffentlichkeit zuteil wurden. Sie repräsentiert und exponiert durch ihre Texte zu allererst sich selbst. Wer von ihrem Nobel-Glanz nun Kohlen auf den eigenen klein- oder großpatriotischen Haufen ziehen will, setzt sich dem Verdacht aus, Trittbrettfahrer des Erfolgs werden zu wollen und muss sich der Frage stellen: Wo warst du vor dem Nobelpreis? Aus ihrem Herkunftsland und ihrer Heimatregion haben sie, wie man weiß, bis auf den heutigen Tag nicht nur freundliche Worte erreicht. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Gibt es bestimmte Vorurteile deutscher Germanisten bezüglich der deutschen/deutschsprachigen Literatur aus Rumänien? </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Voreingenommenheit und ihre Verbreiter sind das Produkt bestimmter geistiger Horizontlagen. Sie sind in allen Ländern zu finden. Begriffe wie Provinz, Region, Rand, Grenze, Minderheit, Nationalität, Heimat, mehrfache Zugehörigkeit, Tradition verlieren unter Umständen ihren neutralen Sinn und werden in ihrer Verbindung mit den Proportionen, dem Systemcharakter, dem Entfaltungsfeld und den Trägern dieser Literatur abschätzig und abwertend gebraucht. <br />Schon die einfache, von innen wie von außen versuchte Selbst- wie Fremd-Bezeichnung des Objekts bereitet Schwierigkeiten: Wie soll es nun richtig und vorurteilsfrei heißen? Deutsche Literatur aus/in Rumänien, deutschsprachige Literatur auf dem Boden des heutigen Rumänien, deutschsprachige Literatur im rumänischen Sprachraum, rumänische Literatur deutscher Sprache, deutsch-rumänische Literatur, Literatur der Deutsch-Rumänen, rumäniendeutsche Literatur? Der Computer sperrt sich merkwürdigerweise gegen diese letzte Zusammensetzung, dennoch scheint gerade sie die sprachlich griffigste Formel für einen an sich komplizierten Sachverhalt zu sein. <br />In den 1920er Jahren fühlte O. W. Cisek sich als „ostdeutscher“ Autor, der mit ihm befreundete Sperber sprach von „unserem Literatürchen“. K. K. Klein verwendete (1939) den Begriff „rumäniendeutsch“ in pressegeschichtlichem Zusammenhang. Er setzte sich damit von den Einebnungstendenzen „reichsdeutscher“ Ideologie ab. Günther Deicke schrieb 1958 in der „Neuen Deutschen Literatur“ (DDR) über die „deutsche Literatur in der Volksrepublik Rumänien“. <br />Der heute allgemein gebräuchliche, anfangs eher beiläufig verwendete Begriff „rumäniendeutsche Literatur “ tauchte im gleichen Jahr 1958 (und nicht erst 1966, wie mancherorts zu lesen ist) in ergänzenden Notizen zu Deickes Aufsatz bei Heinz Stanescu auf und wurde dann von der literatursoziologischen Essayistik in den 1970er Jahren in vorherrschenden Umlauf und zum relativen Konsens gebracht. Nicht als gefügige Anpassung an kulturpolitische Vorschriften und offizielle Sprachregelungen (wie manche meinen), sondern eher (in der Kombination von spezifischem Bestimmungswort — als Bekenntnis zu „Realität und Chance“ — mit unmissverständlicher Betonung des Grundwortes) als Reaktion auf rumänisierend empfundene Bezeichnungen (wie „literatura româna de expresie germana“), in denen die Zugehörigkeit zur deutschen Literatur tendenziell nur noch zweitrangig gewertet werden sollte. 1974, Ceausescus kleine Kulturrevolution war ins Rollen gekommen, lieferte Alfred Kittner in einem in der Zeitschrift „Sinn und Form“ (DDR) erschienenen Interview ein Beispiel für das offiziell Genehme: Er sprach von „rumänisch-deutscher Dichtung“ bzw. „rumänischer deutschsprachiger Dichtung“. Im Vergleich zu dieser vereinnahmenden Holz-Sprache wirkte das Attribut „rumäniendeutsch“ jetzt fast schon dissidentisch elegant.<br />Wichtig war und ist schließlich, dass sich die deutsch schreibenden Autoren und Autorinnen in Rumänien von definitorischer Kümmelspalterei und ideologischen Spitzfindigkeiten die Lust am Schreiben nicht haben nehmen lassen.<br />Es gibt zur Zeit in Deutschland und anderswo mehrere durchaus sachkundige, verständnisvolle Germanisten und Feuilletonisten, die sich mit deutsch schreibenden Autoren in und aus Rumänien vorurteilsfrei beschäftigen, und es gibt freilich auch weniger skrupulöse Publizisten und Multiplikatoren, die zum Beispiel — vereinfachungssüchtig und unbekümmert um die tatsächlichen Kleinräumigkeiten und Details — Herta Müller schon mal nach ihrer Göttinger Lesung als „Banater Autorin aus Siebenbürgen“ feiern.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wie schätzen Sie die sprachliche Qualität der Übersetzungen rumänischer literarischer Werke ein? </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Auch hier muss man konkret nach Perioden und Personen unterscheiden. Es fehlt zur Zeit in Rumänien ein Verlagshaus wie der ehemalige Kriterion-Verlag, der zum Beispiel über Jahre ein festes und anspruchsvolles Übersetzungs- und Exportprogramm in Kooperation mit deutschen Partnern durchsetzen konnte. <br />Es fehlt auch Weiteres. Wenn es vor fünfundzwanzig Jahren in Bukarest noch möglich war, regelmäßig sechs oder gar zwölf Hefte der Zeitschrift „Rumänische Rundschau“ herauszubringen, in denen immer wieder Übersetzungen von Qualität zu finden waren, so ist durch das natürliche Ausscheiden der älteren Generation und durch die Auswanderung der jüngeren Übersetzer eine Weiterführung der Zeitschrift so nicht mehr möglich. <br />Die positive Seite dieser Lage: Noch nie gab es durch diese Aus- und Einwanderung im deutschen Sprachraum so viele potentielle, des Rumänischen kundige Übersetzer. Diese müssten, will man die einmalige Chance nutzen, durch interessante Texte und lukrative Arbeitsbedingungen gewonnen werden.<br />Deshalb hat das Rumänische Kulturinstitut in Bukarest statt eines Zeitschriftenprojektes andere und neue literaturpropagandistische Lösungen finden müssen. Das Institut übernimmt nach Prüfen der vorgelegten Anträge einen Teil der Druckkosten für Bücher, die in Deutschland übersetzt wurden und für die ein ausgewiesenes deutsches Verlagslektorat die Gütekontrolle garantiert. <br />Andere operative Einfälle: Mehrere rumänische Printmedien stellen in ihrer elektronischen Fassung auch übersetzte Texte vor. <br />Reale Übersetzer in diesen Ressorts sind zum Teil bekannte rumäniendeutsche Namen (Csejka, Aescht, Wichner, Hodjak, Söllner, Schlesak, Bergel), zum Teil in Österreich, Deutschland oder in der Schweiz zweisprachig aufgewachsene Migranten. Zu den am meisten geschätzten Mittlern rumänischer Gegenwartsliteratur zählt zur Zeit Gerhardt Csejka, der sich vor allem um die Übertragung von Mircea Cartarescus Prosa mit Erfolg bemüht. Dafür ist er von deutscher Seite mit einem bedeutenden Übersetzerpreis ausgezeichnet worden. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Gibt es eine „siebenbürgisch-sächsische“ oder eine „banat-schwäbische“ Gegenwartsliteratur in Deutschland?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Es gibt Autoren und vor allem Autorinnen, die aus Siebenbürgen oder aus dem Banat stammen und in Deutschland deutsch schreiben. Oft nur über ihre eigene Biographie. Familiengeschichten. Erinnerungen. Dabei können sie sich schlecht ihres rumänischen Gesamthintergrundes, also ihrer rumäniendeutschen, überregionalen Identität und damit bestimmter Gemeinsamkeiten mit dem Anderen entäußern. Wenn das Leserinteresse über die jeweilige Verbandszeitung gelenkt wird, werden diese Bücher wahrscheinlich nur vom engeren Kreis wahrgenommen. Ich kenne die Verbandszeitung der Banater Schwaben nicht, ich lese die „Siebenbürgische Zeitung“ (München), und dort ist die Tendenz bemerkbar, in der Besprechung solcher Gelegenheitsliteratur überregionale Identitätskomponenten und vor allem Momente der Integration nicht zu vernachlässigen. Ich denke, dass jeder Autor mit Anspruch nicht Einschränkung, sondern eher Weite und Vielfalt anstrebt.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Mit welchen Forschungsprojekten, Arbeiten und Mitarbeiten sind Sie zur Zeit beschäftigt? </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Da ich immer wieder an germanistischen Tagungen teilnehme, muss ich Referate und Aufsätze liefern. Angespornt durch manche Entdeckerfreude habe ich mich mit unbekannten Briefen aus dem Nachlass des Vormärz-Autors Josef Marlin beschäftigt. Abgegeben wurden zuletzt Arbeiten über Paul Celan und die rumänische Literatur; über die Erfahrungen der Übersetzerin Hermine Pilder-Klein mit Pseudonymen und Anonymisierungen; über den literarischen Ort Hermannstadt und seine Übersetzer. Im Herbst dieses Jahres will ich in Tübingen über die unveröffentlichten Tagebücher von Otto Folberth aus dem Ersten Weltkrieg und an der Universität in Hermannstadt über Dokumente aus meiner von der Securitate angelegten Akte referieren. Als Dauerprojekt beschäftigt mich ein Lexikon der literarischen Übersetzer aus dem Rumänischen ins Deutsche.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Sie haben die „Karpatenrundschau“ mitgestaltet und geprägt. Was meinen Sie über die KR von heute? Wie sollte die KR von morgen sein?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Ich kann die KR-Beilage in der ADZ nur noch gelegentlich lesen. Und es wäre vermessen von mir, besserwisserisch Ratschläge zu erteilen. Ich habe mir bloß erlaubt, in letzter Zeit Lektürevorschläge mit Texten von Gerhard Roth, Rudolf Wagner-Régeny, Lucian Blaga und Otto Folberth einzuschicken und freue mich, wenn diese auf Interesse stoßen. Ich denke, dass es in diesen sehr bewegten Zeiten an Themen nicht mangelt und dass mit den gespitzten Federn Ihrer festen und freien Mitarbeiter noch manche spannende Seite einer engagierten Chronik geschrieben werden kann. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Die Fragen stellte Ralf Sudrigian</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Prof. Dr. Horst Schuller Anger<br />Foto: Hans Butmaloiu</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 11:11:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ein Stückchen Transsilvanien in Berlin-Mitte</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/ein-stueckchen-transsilvanien-in-berlin-mitte/</link>
			<description>Lockere Gespräche beim Siebenbürgen-Stammtisch </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Lockere Gespräche beim Siebenbürgen-Stammtisch<br /> &nbsp;<br /> &nbsp;<br /> &nbsp;Seit sieben Jahren findet in Berlin der Siebenbürgen-Stammtisch (<a href="http://www.siebenbuergen-stammtisch.de" target="_blank" >www.siebenbuergen-stammtisch.de</a>) statt. Immer am zweiten Donnerstag im Monat treffen sich die Siebenbürger und die Siebenbürgen-Begeisterten in einem bekannten Lokal in Berlin-Mitte. Auch in Nürnberg und Heilbronn gibt es ähnliche Veranstaltungen, alles auf Initiative von Dipl.-Ing. Dirk Beckesch, der in Deutschland in einer siebenbürgisch-sächsischen Familie geboren wurde. Der Stammtisch ist multiethnisch und offen gestaltet, Jede/r darf mitmachen und ist dazu herzlich eingeladen. Sogar diejenigen, die wenig über Siebenbürgen wissen - diese finden hier gewiss die richtige Plattform für eine Einführung. Aktuelles aus Rumänien, Geschichte und Kultur, Aus- und Rückwanderung, Urlaub, Hilfsprojekte, Reiseerinnerungen und -ziele, Jobangebote oder Stipendien, kulinarische Tipps, Bücher oder Filme zu Siebenbürgen, Berliner Veranstaltungen zu Rumänien, Mitfahrgelegenheiten – das sind nur ein paar Gesprächsthemen des Stammtisches, der außerdem noch eine geeignete Möglichkeit darstellt, um Kontakte zu knüpfen. Wer ist aber angesprochen? Wie es auf der Webseite heißt, „aufgeschlossene Menschen, die Multiethnizität und kulturellen Pluralismus respektieren und nicht auf ewig gestrige Vorstellungen fixiert sind.“ Der Stammtisch bringt zudem die verschiedenen Altersgruppen „an einen Tisch“, auf dem meistens ein Siebenbürgen-Fähnchen steht. Mal wird Deutsch, mal Rumänisch, mal Ungarisch gesprochen, je nachdem wer sich ins Gespräch vertieft. <br /> &nbsp;<br /> &nbsp;Dirk Beckesch (43) ist oft in Siebenbürgen, so auch diesen Sommer. Er besucht hier Veranstaltungen, lernt Leute kennen, diskutiert, recherchiert, reist in abgelegene Gemeinden. Der Stammtisch ist weder seine erste, noch seine einzige Initiative. Auf der Webseite siebenbuerger-chat.de bietet er „Spaß und Unterhaltung sowie Informationen aus und über Siebenbürgen fast rund um die Uhr“. Sein neuestes Projekt ist der Online-Shop mit Siebenbürgen-Thematik: Auf <a href="http://zazzle.de/siebenbuergenfan*" target="_blank" >http://zazzle.de/siebenbuergenfan*</a> und <a href="http://siebenbuergen-fan.de" target="_blank" >http://siebenbuergen-fan.de</a> können T-Shirts, Mützen, Pullovers, Jacken, Kochschürzen sowie Teddys, Taschen, Anstecker, Regenschirme, Krawatten und Tassen mit dem Siebenbürgen-Wappen oder mit transsilvanischen Sprüchen und Redewendungen bestellt werden. Dirk Beckesch sprach unlängst im Jugendzentrum Seligstadt/Selistat mit KR-Redakteurin CHRISTINE CHIRIAC über seine Interessen und Aktivitäten. <br /> &nbsp;&nbsp;<br /> &nbsp;Bist Du ein Siebenbürger aus Deutschland? Wie würdest Du Dich vorstellen?<br /> &nbsp;&nbsp;<br /> &nbsp;Ich bin gegen meinen ausdrücklichen Wunsch im deutschen Exil in Essen geboren und dann mit meiner Familie nach Drabenderhöhe umgezogen. Meine Mutter stammt aus Hermannstadt, mein Vater ist in Bukarest geboren, mein Großvater väterlicherseits auch. Mein Urgroßvater kam aus Marpod ins Burzenland und gründete dort das Zeidner Blumenunternehmen. Die Schule habe ich in&nbsp; Drabenderhöhe besucht, anschließend habe ich in Gummersbach studiert und wohne und arbeite nun seit dreizehn Jahren in Berlin.<br /> &nbsp;&nbsp;<br /> &nbsp;Wenn es um Siebenbürgen geht, bist Du sehr informiert und engagiert. Wie kommt es zu Deiner Verbundenheit zur siebenbürgisch-sächsischen Tradition? Sprecht ihr Sächsisch zu Hause?<br /> &nbsp;<br /> &nbsp;Nein, ich verstehe sehr gut Sächsisch, spreche aber fehlerhaft. Als Kind war ich oft auf Ferienlager, die von der Landsmannschaft an verschiedenen Orten veranstaltet wurden. Zudem haben wir daheim unheimlich viele Bücher zu Siebenbürgen. Leider haben meine Geschwister, und vor allem ihre Kinder, den Bezug zu Siebenbürgen verloren. Mein Gedanke wäre deshalb folgender: wenn man die Verbundenheit wieder fördern möchte, dann sollte man diese Kinder - wie meine Nichten und Neffen -&nbsp; nach Seligstadt für drei Wochen Ferienlager bringen. Sie sollten Siebenbürgen aus unmittelbarer Nähe erleben, etwa so wie auch ich ans Thema gebracht wurde. Meiner Meinung nach ist die Kluft zwischen den Ausgewanderten und den Zurückgebliebenen leider sehr groß. Wahrscheinlich kann und sollte man nun bei den Kindern und den jungen Menschen ansetzen, damit es Sinn macht. <br /> &nbsp;&nbsp;<br /> &nbsp;Wie ist es zu Deinen Projekten in Berlin gekommen, zum Stammtisch beispielsweise? Wie viele Leute kommen im Durchschnitt?<br /> &nbsp;<br /> &nbsp;Der Gedanke war, dass man in einer so großen Stadt jahrzehntelang leben kann, ohne Leute kennenzulernen. Es ist aber ein ziemliches Hobby von mir, Leute ins Gespräch zu bringen. Zum Stammtisch kommt sozusagen alles, was mit Siebenbürgen zu tun hat. Mal waren wir dreißig, mal sieben oder acht, mal zwanzig, mal fünfzehn. <br /> &nbsp;&nbsp;<br /> &nbsp;Wo fühlst Du dich besser?<br /> &nbsp;&nbsp;<br /> &nbsp;Mir fehlt nichts, wenn ich hier in Siebenbürgen bin. Vielleicht werde ich Berlin ganz verlassen und her kommen. Ideal wäre es, hier zu arbeiten und das Geld in Deutschland zu verdienen.<br /> &nbsp;<br /> &nbsp;&nbsp; <br /> &nbsp;Wie kam es zu Siebenbürgen-Tassen und -T-Shirts?<br /> &nbsp;<br /> &nbsp;Was ich mir sehr stark wünsche, ist, das deutsche Siebenbürgen wieder zu beleben. Deshalb habe ich auch verschiedene Siebenbürgen-Webseiten im Internet gestartet, als es noch nicht einmal Google gab. Wenn man über Suchmaschinen wie Altavista „Siebenbürgen“ suchte, gab es zwanzig Treffer. Jetzt sieht das zum Glück anders aus. <br /> &nbsp;&nbsp;<br /> &nbsp;&nbsp;<br /> &nbsp;<br /> &nbsp;Foto 1<br /> &nbsp;Angenehme Stimmung beim Siebenbürgen-Stammtisch in Berlin.<br /> &nbsp;Foto 2:<br /> &nbsp;Dirk Beckesch zeigt stolz ein Siebenbürgen-T-Shirt.<br /> &nbsp;<br /> &nbsp;Fotos: Christine Chiriac<br /> &nbsp;&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<pre><span lang="DE"><br /></span><span><span lang="DE"></span></span></pre>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 11:06:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>„Vermittler zwischen Ost und West“</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/vermittler-zwischen-ost-und-west/</link>
			<description>Zu Besuch im Deutschen Kulturforum östlichen Europa</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><br />Zu Besuch im Deutschen Kulturforum östlichen Europa</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam feiert heuer zehn Jahre seines Bestehens. Es wurde auf Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gegründet und engagiert sich „für eine kritische und zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit der Geschichte jener Gebiete im östlichen Europa, in denen früher Deutsche gelebt haben bzw. heute noch leben“, so die Webseite <a href="http://www.kulturforum.info/" target="_blank" >www.kulturforum.info</a>. Weiterhin heißt es: „Das Kulturforum versteht sich als Vermittler zwischen Ost und West, zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, zwischen Institutionen und Einzelinitiativen. Mit seiner Arbeit leistet es einen aktiven Beitrag zu internationaler Verständigung und Versöhnung in einem zusammenwachsenden Europa.“&nbsp;&nbsp; <br />Das Kulturforum organisiert Veranstaltungen, Ausstellungen, Buchvorstellungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Tagungen. Ebenfalls veröffentlicht es in seinem Verlag unterschiedliche Publikationen wie Sachbücher, Bildbände und Belletristik und übermittelt online Informationen und Hinweise. In den Fachbereichen Kulturpolitik, Kulturgeschichte, Kunst und Denkmalpflege, Literatur, Film und Musik arbeitet die Institution mit Partnern aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa zusammen, um die „Kulturtraditionen dieser Regionen als verbindendes Erbe der Deutschen und ihrer östlichen Nachbarn“ zu entdecken und dem Publikum zu vermitteln. Selbst im Urlaubs-Monat August gab es keine Ferien: auf dem Programm standen eine Buchpräsentation zum „schlesischen Elysium“, eine Lesung, eine Ausstellung, sowie die Sommerakademie für Übersetzer deutscher Literatur. <br />KR-Redakteurin CHRISTINE CHIRIAC diskutierte in Potsdam mit Dr. Doris Lemmermeier, Direktorin des Kulturforums seit 2008, und Dr. Harald Roth, Historiker und Referent für Südosteuropa.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">In welchem Kontext wurde das Deutsche Kulturforum östliches Europa vor zehn Jahren gegründet?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Dr. Doris Lemmermeier: Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Deutschland vierzehn Millionen Vertriebene und Flüchtlinge integrieren, vier Millionen in der ehemaligen DDR und zehn Millionen im Westen. Da sind natürlich sehr unterschiedliche Interessenlagen entstanden. 1953 wurde das Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge erlassen. Der Paragraph 96 besagt, dass die Bundesrepublik, die Länder und die Bundesregierung dafür verantwortlich sind, das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewusstsein&nbsp; der Vertriebenen, der Flüchtlinge und des gesamten deutschen Volkes zu erhalten und es im Ausland zu vermitteln. Nach so vielen Jahren ist es erstaunlich, wie viel Öffnung dieser Paragraph hat – bis dato musste er nicht verändert werden. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich sehr viele Institutionen entwickelt, eine riesige Bandbreite, die in unterschiedlichen Fachbereichen gearbeitet haben. Das Kulturforum wurde im Rahmen einer Umstrukturierung im Jahre 2000 neu gegründet, und zwar mit der klaren Maßgabe, dieses Thema zukunftsorientiert, im Dialog mit den Ländern und kritisch zu bearbeiten, und auch dafür zu sorgen, dass die Diskussion an die größere Öffentlichkeit gebracht wird. Dieser Ansatz war wirklich neu. Denn, und das muss man sagen, dieser Teil der Geschichte ist in der Bundesrepublik nicht sehr präsent, vor allem unter den jungen Leuten, den Schülern oder sogar den Studenten. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Gibt es ein Stammpublikum der Veranstaltungen?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Es ist noch immer so, dass der überwiegende Teil des Publikums die Erlebnisgeneration ist, bzw. die Kinder, die schon hier geboren sind, aber bei denen diese Erfahrungen noch eine enorme Rolle gespielt haben. Es kommen auch die zweite, dritte, vierte Generation. Wir versuchen natürlich in unserer Arbeit gezielt, die junge Generation anzusprechen.</p>
<p class="bodytext"><br />&nbsp;<br />Das Kulturforum arbeitet auf drei Ebenen: Veranstaltungen, Verlag, Internetplattform. Was läuft am besten, wo besteht noch Verbesserungsbedarf?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Das kann man so pauschal nicht sagen. Die Veranstaltungen, die Publikationen und das Internet sind sehr feste Pfeiler unserer Arbeit, wobei ich Verbesserungspotential am ehesten im Bereich des Internets sehe. Wir sind dabei, eine neue Internetseite vorzubereiten, die im Frühjahr nächsten Jahres hoffentlich an den Start gehen wird. Die jetzige Seite bietet sehr viel, aber sie ist ziemlich unübersichtlich, und das wollen wir verbessern.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Werden Musik-, Film- und Literaturveranstaltungen von Künstlern und Autoren aus Osteuropa gestaltet? </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Das ist ganz unterschiedlich. Wenn Sie jetzt Musik ansprechen: wir organisieren zum Beispiel Konzerte oder veröffentlichen CDs mit Musik von deutschen Komponisten, die in Osteuropa gewirkt haben. Dieser Bezug zur deutschen Geschichte, zur deutschen Kultur im östlichen Europa muss immer da sein. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;<br />Welches sind die Institutionen mit denen Sie zusammenarbeiten, sowohl hier in Deutschland, als auch im Osten?</p>
<p class="bodytext"><br />&nbsp;<br />D.L.: Die Liste ist sehr lang, eben weil die gezielte und bewusste Zusammenarbeit mit sehr vielen Leuten das Markenzeichen oder eines der Kennzeichen des Kulturforums ist. Dadurch wird das Thema noch breiter in die Gesellschaft getragen. Im Internet gibt es eine Liste der Kooperationspartner, es sind mindestens 50-60 pro Jahr.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Gibt es Veranstaltungen auch in Osteuropa oder findet das meiste in Deutschland statt?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Wir sind insgesamt dreizehn, mit mir zusammen, und sechs Referenten. Da kann man natürlich nicht alles gleichmäßig bespielen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt natürlich im Berlin-Potsdamer Raum, wir machen aber auch etliche Veranstaltungen – dieses Jahr sehr viele - im gesamten Bundesgebiet. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wie wird das zehnjährige Jubiläum gefeiert?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Wir haben uns ein Motto gegeben, „Erinnern und Entdecken“, zu dem es zehn Veranstaltungen zu zehn unterschiedlichen Jahrestagen gibt, die jeweils an mehreren Orten stattfinden.&nbsp; </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wie kommt das Thema Südosteuropa in Deutschland an? </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Dr. Harald Roth: Unterschiedlich. Was beim deutschen Publikum gut ankommt,ist zum Beispiel das Thema Siebenbürgen, während die diesjährige europäische Kulturhauptstadt Fünfkirchen/Pécs in Ungarn nicht die gleiche Resonanz hat. Die Region Siebenbürgen ist bekannter, was auch mit der Publizität der letzten Jahrzehnte zu tun hat. Die Schwäbische Türkei oder die Donauschwaben wurden bis vor Kurzem nahezu gar nicht bis sehr wenig bekannt gemacht, während über Siebenbürgen sehr viel veröffentlicht wurde. Es war eine langfristige Entwicklung. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Also hatte die Kulturhauptstadt Hermannstadt mehr Resonanz als die Kulturhauptstadt Pécs hat?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">H.R.: Ja, das kann man nicht vergleichen. </p>
<p class="bodytext"><br />D.L.: Auf jeden Fall. Zwei Bücher, die sich zum Beispiel sehr gut verkaufen, sind „Das Wehrhafte Sachsenland“ und die „Städte im südlichen Siebenbürgen“ (von Arne Franke, mit historischen Einführungen von Harald Roth, Anm. d. Red.) Diese haben ein enormes Publikum in Deutschland. Selbstverständlich hängt es auch an der Werbung, die man sich macht. Wir haben beispielsweise ein Stadtschreiberprojekt im vorigen Jahr gestartet: eine junge deutsche Schriftstellerin war fünf Monate in Danzig und hat dort als Stadtschreiberin einerseits an ihrem Roman gearbeitet, andererseits aber auch ein Blog über Stadt und Geschichte für uns geführt. Dieses Jahr wird eine junge Schriftstellerin fünf Monate in Pécs arbeiten. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wird auch das Banat als Thema behandelt, oder geht es hauptsächlich um Siebenbürgen?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">H.R.: Das Banat haben wir bislang wenig behandelt. Darüber wird im Donauschwäbischen Zentralmuseum sehr viel gemacht. In den letzten Jahren haben wir uns viel auf Bukowina konzentriert, im vorigen Jahr haben wir jemanden aus Sathmar eingeladen – also ist nicht nur Siebenbürgen als Thema präsent. Wir haben versucht, mit der Buchvorstellung zu „Städte im südlichen Siebenbürgen“ in diesem Jahr nach Bukarest zu gehen, aber es hat leider nicht funktioniert.</p>
<p class="bodytext"><br />&nbsp;<br />Haben Sie beispielsweise auch mit den Nachwuchswissenschaftlern von „Studium Transylvanicum“ zusammengearbeitet?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">H.R.: Mit ihnen haben wir vor wenigen Jahren einen Workshop in Deutsch-Weißkirch gestaltet, aus dem der kleine Kunstführer (Timo Hagen: „Deutsch-Weißkirch/Viscri. UNESCO-Kulturerbe, Dorf und Kirchenburg“, Anm. d. Red.) hervorgegangen ist. Die Zusammenarbeit ist eher punktuell. Sie arbeiten vor allem in Richtung Wissenschaft, während wir sozusagen Breitenarbeit machen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wer arbeitet im Team des Kulturforums?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L. Wir haben einen Literaturwissenschaftler, einen Musikwissenschaftler, Historiker, eine Kunsthistorikerin, zwei Verlagsmitarbeiterinnen, die Referenten, ich bin von Haus aus Slavistin... So entspricht es unserer Arbeit. Wissenschaftliche Organisationen gibt es viele, aber das ist eben ganz dezidiert nicht unser Spielfeld.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wie kam es zum Ort Potsdam?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Im Westen hat sich eine differenzierte Verbandsstruktur herausgebildet, weil man sich dort mit dem Thema Flucht und Vertreibung beschäftigen durfte. Das durfte man in der DDR nicht. Von daher sind die allermeisten Strukturen und Institutionen im Westen verankert. Das war auch, glaube ich, ein Grund, die neue Institution in einem neuen Bundesland anzusiedeln, um dieses Thema auch vor Ort publik zu machen und sich damit zu beschäftigen. </p>
<p class="bodytext"><br />&nbsp;<br />Welches wären die Hauptschwierigkeiten in der Arbeit des Kulturforums?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Eigentlich muss ich sagen, dass die Möglichkeiten bei weitem die Schwierigkeiten überwiegen. Geld hat man nie genug. Eine Schwierigkeit, der man sich stellen muss, ist, die junge Generation zu erreichen. Zudem ist die Öffentlichkeitsarbeit nicht so einfach. Aber Probleme sind erstmal da, um gelöst zu werden. </p>
<p class="bodytext"><br />&nbsp;<br />Hat das Forum Schwerpunktregionen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Polen, Schlesien, Pommern sind ein Schwerpunkt in fast jedem Jahresprogramm. Ostpreußen ist ein enormer Renner beim Publikum. Siebenbürgen, wie Herr Roth schon gesagt hat, kommt sehr gut an, und ich denke, das Interesse am Thema wird auch noch zunehmen. Das wären die Highlights. Dann gibt es auch andere Regionen, die eine gewisse Faszination ausstrahlen; wir haben zum Beispiel ein Buch über Bessarabien veröffentlicht, das sich ziemlich gut verkauft. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Und, zum Schluss, Zukunftspläne des Kulturforums?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">D.L.: Neben dem Programm für das Jubiläumsjahr gibt es ein sehr umfangreiches Jahresprogramm. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir im nächsten Jahr unsere neue Internetseite an den Start bekommen, dass wir uns im Bereich Öffentlichkeitsarbeit verfeinern, sowie im Hinblick auf die Jugend. Für 2011 lautet unser Jahresthema „Biografien“. </p>
<p class="bodytext"><br />&nbsp;&nbsp; </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Foto 1<br />Dr. Harald Roth und Dr. Doris Lemmermeier </p>
<p class="bodytext">Foto 2<br />Das Kabinetthaus am Neuen Markt in Potsdam ist der Sitz des Deutschen Kulturforums östliches Europa. </p>
<p class="bodytext">Fotos: die Verfasserin</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 11:03:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wo essen und trinken wir?</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/wo-essen-und-trinken-wir-3/</link>
			<description>Süße Versuchungen</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Süße Versuchungen</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Heiße Kronstädter Sommertage verlangen auch nach einer Erfrischung. Speise-Eis gibt es überall, Erfrischungsgetränke ebenfalls. Bei „L'Angelys“, gleich neben der Schwarzen Kirche (Am Rossmarkt/str. Baritiu 3), gibt es eine schattige Terrasse wo besonderes Eis in einem reichen Angebot genossen werden kann. Es ist eine Eisdiele der Luxus-Kategorie mit, um es vorweg zu sagen, entsprechend hohen Preisen. Also nichts für ein Eis zwischendurch, sondern eher für einen Eisgenuss für den man sich auch Zeit lassen sollte.<br />Da machten wir auch eine Entdeckung die Sorbet heißt. Es wird in stilvollen, länglichen Tellern serviert mit einem Glas Wasser (mit Eiswürfel) und mit einer kleinen Portion Schlagsahne als Zulage. Sorbet ist eigentlich ein Halbgefrorenes mit viel Fruchtsaft und Fruchtpüree und mit weniger Zucker. Je nach den Früchten (von Waldbeeren bis Zitrusfrüchte) gibt es saurere und süßere Varianten. Wie auch das Eis, so kommt auch das Sorbet als französische Importware auf den Tisch des Kunden in Kronstadt. Die verschiedenen Eisspezialitäten tragen Namen wie „Schokoladen-Trilogie“, „Exotisches Abenteuer“, „Malerpalette“, „Sarah und die roten Früchte“ - ein Hinweis, dass da „auch mit den Augen gegessen wird“. Am besten kommt das bei den Eis-Arrangements zum Ausdruck, die allerdings nun schon so viel wie eine Hauptspeise im Restaurant kosten (rund 28 Lei). Eine Eiskugel ist für 8 Lei zu genießen, zwei kosten 15 Lei, wer sich drei gönnt, leistet sich das zum Preis von 22 Lei so viel wie auch für das Sorbet.<br />Weil aber Kronstadt nicht am Äquator liegt, weiß Inhaberin Eszter Kovács, dass ab Spätherbst das Interesse fürs Eis bis zur nächsten Saison wegschmilzt. Pralinen aus Belgien (Marke „Bruyerre“) sind im Winter in zwei Vitrinen im Laden ausgestellt und das Eis rückt in eine Vitrine zusammen. Die Kunden können sich selbst ihre süße Nachspeise oder das recht exquisite Geschenk aus der reichen Pralinen-Auswahl zusammenstellen, wobei 100 Gramm 26 Lei kosten. Außer Eis, Sorbet, Pralinen können auch eine Vielfalt von Teesortiments bei „L'Angelys“ probiert werden. Und wieder ist es das Besondere, das Exotische, das hier den Unterschied zu der Schnellabfertigung von anderswo macht, wo man indirekt ein Rümpfen der Nase spürt, wenn die Bestellung sich auf ein Tee beschränkt. „Le Palais de thés“, „Hammam“, „Sencha“, „Grüner Tee mit Vanille“ - das alles klingt und sieht verlockend aus und wird zusammen mit Lebkuchen und Honig angeboten.<br />Die Eisdiele verfügt auch über eine kleine Stube mit drei Tischen und farbenfrohen modernen Werken von Róza Lenke Puskás an den Wänden. Kleine aber feine Geschenke können da gleich gekauft und auch verpackt werden – ein weiteres Service dieser Eisdiele, deren Eleganz nicht nur in ihrem französischen Namen zum Ausdruck kommt.</p>
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<p class="bodytext"><br />Ralf Sudrigian</p>
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<p class="bodytext">Foto 1<br />Beim Sorbet schmeckt man den Fruchtzucker intensiver als beim Eis.</p>
<p class="bodytext"><br />Foto 2<br />Belgische Pralinen sind auch in Kronstadt gefragt.</p>
<p class="bodytext"><br />Fotos: der Verfasser </p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 11:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Der Weg zu den Wurzeln</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/der-weg-zu-den-wurzeln/</link>
			<description>Zweites Treffen der Neustädter Heimatsortsgemeinschaft in der alten Heimat </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Zweites Treffen der Neustädter Heimatsortsgemeinschaft in der alten Heimat </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Beim Eintreffen zum zweiten Treffen der Neustädter waren gerade die Glocken der Neustädter Kirche am Ausklingen - in diesem Augenblick setzte die Orgel ein. Beim Betreten des Gotteshauses finden wir zu unserem Erstaunen einen wohlgefüllten Kirchenraum vor - wir hatten nur mit einer Handvoll Unermüdlicher gerechnet. Ein schönes Bild! </p>
<p class="bodytext">Der Gottesdienst war gleichzeitig für Pfarrer Uwe Seidner Gelegenheit, seine Freude zum Ausdruck zu bringen, dass es schon nach nur zwei Jahren nach dem ersten Treffen der Neustädter aus Neustadt und Deutschland zu einem zweiten Treffen gekommen ist. </p>
<p class="bodytext">Sein besonderes Interesse galt auch dem Thema Orgel. Die Orgel, die es seit 140 Jahren gibt, und die in der heutigen Form vor einhundert Jahren mit einer Pneumatik ausgebaut wurde, stand auch im Mittelpunkt des anschließenden Vortrags von Arnulf Einschenk. Dieser sicher sehr interessante Vortrag ging leider mangels Verstärkung für die meisten Anwesenden akustisch unter und wurde nur von einem Teil der Versammelten verstanden. Vielleicht könnte man den Text einmal ins Internet setzten, damit er nachgelesen werden kann. Das anschließende Orgelkonzert entschädigte die Anwesenden für diesen kleinen Schwachpunkt. </p>
<p class="bodytext">Nach dem Gottesdienst ging es dann mit der „Burzenländer Blaskapelle&quot; voran Richtung Hochzeitssaal. Vorbei kam man an der „Gemischten Waren Handlung&quot; von Johann Copony - sicher ein Vorbild für die in ganz Rumänien verbreiteten Magazine Mixte ... </p>
<p class="bodytext">Der Festsaal, der bis zu 500 Menschen aufnehmen kann, war der Ort für das traditionelle „Hochzeitsmenü&quot;. Zuvor gab es jedoch begrüßende Worte vom Bürgermeister Dragos Serafim und auch der Kronstädter Abgeordnete Constantin Nita hatte es sich nicht nehmen lassen, nach Neustadt zu kommen. Auch der orthodoxe Pfarrer trug mit einem Gleichnis aus der Bibel zu dem freundlichen Empfang bei. Er verglich die Hinterlassenschaft der Sachsen mit dem Weinstock, der von den jetzigen Bewohnern gehütet und gepflegt werden muss. </p>
<p class="bodytext">Das Hochzeitsmenü war in mehreren Tagen geschaffen worden. Schon seit dem Mittwoch zuvor war daran gearbeitet worden. Zum Beispiel die in Butter gebackenen Nudeln. Die Gäste dankten es mit gutem Appetit und guter Laune. Für eine gute Verdauung sorgten auch hier die kräftigen Klänge der Burzenländer Blaskapelle. </p>
<p class="bodytext">Nach dem Essen trafen sich die Anwesenden im Kreis zum Singen von „Auf deser Eerd&quot;, „Burzenland&quot; und dem „Siebenbürglied&quot;. Dann war es Zeit, dem Ehepaar Adele und Erhard Porr vom Presbyterium Neustadt zu danken. Ohne ihre aufopferungsvolle Arbeit für die Neustädter Kirche würde dieses Kleinod wohl nicht so strahlen. Dank und Auszeichung wurde vom Vorsitzenden der HOG Neustadt Helfried Götz überreicht. Erhard Porr nahm sie mit Rührung entgegen. </p>
<p class="bodytext">Möge das leuchtende Gelb der Neustädter Kirche auch weiterhin so einladend die Besucher anstrahlen, dass sie regelmäßig den Weg zu ihren Wurzeln finden. Kinder und Enkelkinder waren ja schon recht zahlreich mitgebracht worden. Und wenn etwas, was zweimal stattgefunden hat, Tradition hat, so dürfte auch ein weiteres Treffen in Neustadt in Sichtweite kommen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
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<p class="bodytext">Klaus-Rüdiger Müller </p>
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<p class="bodytext">Foto 1<br />Gute Stimmung und das traditionelle „Hochzeitsmenü“ können von den Neustädter Treffen nicht fehlen.</p>
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<p class="bodytext"><br />Foto 2<br />Im Festzug neben Kurator Erhard Porr (im Vordergrund) mit dabei: Bürgermeister Serafim (mit Schärpe)</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 13:43:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Seit 12 Jahren „Diletto Musicale&quot;</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/seit-12-jahren-diletto-musicale/</link>
			<description>Beispielhaftes persönliches Engagement sichert Fortbestand der Konzertreihe in Tartlau</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Beispielhaftes persönliches Engagement sichert Fortbestand der Konzertreihe in Tartlau</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Es begann vor zwölf Jahren, in kleinem Rahmen, vor einigen Zuhörern. Sonntag, den 1 August 2010, fasste die Kirche von Tartlau nicht alle die gekommen waren, um bei der zwölften Auflage von „Diletto Musicale&quot; dabei zu sein. Auch das ein Zeichen dafür, dass diese musikalischen Feierstunden einen festen Platz in den Herzen der Besucher gefunden haben. Und das mit vollem Recht. </p>
<p class="bodytext">Es ist ein Beispiel, wie mit wenigen Mitteln, aber viel persönlichem Engagement, auch heute, in der Zeit der Krise, gediegene Kulturarbeit geleistet werden kann. Nicht die zur Verfügung stehenden Geldmittel sondern Liebe zur Musik, Einsatz und Opferbereitschaft der Mitmachenden sind es, die diese Reihe in dem wundervollen Raum der Kirche von Tartlau ermöglicht haben und hoffen wir, noch viele Jahre ermöglichen werden.</p>
<p class="bodytext">Zu diesem Jubiläum von zwölf Jahren, hat sich Steffen Schlandt, der junge Organist der Schwarzen Kirche und Leiter des Bachchores, der auch Initiator des „Diletto Musicale&quot; ist, ein besonderes Programm ausgewählt. Musik der Renaissance und des Barocks bis zu Komponisten des 19. Jahrhunderts. </p>
<p class="bodytext">Es ist doch gewöhnlich so, dass, zumindest die protestantischen Musikliebhaber, gewöhnt sind, katholische Messen als ein geschlossenes Ganzes zu erleben. Darüber wird immer wieder vergessen, dass es sich dabei um „Gebrauchsmusik&quot; handelt, die den Zweck hat, ihre Aufgaben in der Messe zu erfüllen. Am Sonntag konnte durch die einzelnen Teile aus Messen von Monteverdi und Dvorak etwas davon gefühlt werden, dass diese Messen keine Konzertstücke sind und deshalb auch nicht als Einheit aufgeführt werden müssen.</p>
<p class="bodytext">Das Stichwort ist gefallen: Monteverdi, der Lehrer von Heinrich Schütz, stand mit drei Teilen einer Messe als erster im Programm. Es ist eine Musik mit eigenartiger Wirkung. Man fühlt, dass Monteverdi, wie dann auch Schütz und später Bach, die Musik nicht für den Konzertsaal um den Beifall des Publikums zu erringen, geschrieben hat, sondern wirklich zum Lobe Gottes.</p>
<p class="bodytext">An zweiter Stelle stand Heinrich Schütz mit seiner Vertonung des 19. Psalms „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes&quot;. Den älteren Kronstädtern ist Schütz als Komponist wohl noch in Erinnerung. In der schlimmen Zeit der ´50er Jahre, als der Bachchor geschwächt war, keine Solisten von außen zur Verfügung standen, alle Aktivitäten in und um die Kirche argwöhnisch beobachtet und überwacht wurden, wurde am Karfreitag in der Schwarzen Kirche die Johannespassion von Schütz aufgeführt. Und wem läuft es nicht kalt über den Rücken entlang, wenn man an den „Osterdialog&quot; denkt, in dem es Schütz gelingt das Geschehen des Ostermorgens so erschütternd in Musik auszudrücken.</p>
<p class="bodytext">Cherubini, Dvorak und zum Schluss Bach waren die Chorwerke, von zwei Instrumentalstücken, einem Oboenkonzert von Vivaldi und der Romanze für Oboe und Orgel von Robert Schumann gegliedert. Sie fügten sich nahtlos in den Kontext des Konzertes ein.</p>
<p class="bodytext">Für den langanhaltenden Applaus dankte der Chor mit zwei Zugabe, dem Lied „Kronstadt&quot; von Lassel und einem Gospel.</p>
<p class="bodytext">Und während der Chor sang, begleitete der Himmel die Musik mit Blitz, Donner und prasselndem Regen. Auch das ein positives Zeichen. Schon vor 17 Uhr war es sicher, dass es noch ein Unwetter geben würde, das konnte aber die anströmenden Gäste nicht abschrecken.</p>
<p class="bodytext">Noch ein Gedanke über die Mitwirkenden. Wenn man die Namen der Mitglieder des Jugend Bachchores und des Orchesters liest, findet man kaum noch deutsche Namen. Es ist anzunehmen, dass das auch für die konfessionelle Zugehörigkeit zutrifft. Und doch wird diese Musik mit Begeisterung gesungen - die Botschaft, die sie verkündet, verbindet über ethnische und konfessionelle Unterschiede hinweg. Das ist wohl der größte Gewinn für alle. Das Wort Gottes wird durch diese Musik wirkungsvoll verkündet, verbindet über alle Grenzen hinweg und schafft Gemeinschaft.</p>
<p class="bodytext">Wir wünschen dem „Diletto Musicale&quot; noch viele schöne Aufführungen und den Zuhörern erbauliches Erleben der Musik. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Erwin Hellmann</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
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<p class="bodytext">Die Tartlauer Kirchenburg – Austragungsort der „Diletto Musicale&quot;-Konzertreihe.</p>
<p class="bodytext">Foto: Radu Pescaru</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 13:42:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kronstädter Legenden</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/kronstaedter-legenden/</link>
			<description>Über Zeitungsartikel die nicht alle unter diesen Titel passen</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><br />Über Zeitungsartikel die nicht alle unter diesen Titel passen</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">In der Kronstädter Zeitung „Brasovul tau“ erschien vor einigen Monaten unter dem Sammeltitel „Legendele Brasovului“ („Kronstadts Legenden“) eine Beitragsreihe, die dem Leser einige mehr oder weniger gut bekannte Ereignisse aus der Geschichte Kronstadts vorstellt. Dieselben Beiträge können auf der Webseite der kostenlos verteilten Publikation gefunden werden (<a href="http://www.brasovultau.ro/" target="_blank" >www.brasovultau.ro</a>). Diese Rückschau nennt einige der als Legenden bezeichneten Beiträge.</p>
<p class="bodytext">Manche von ihnen sind den Kronstädtern, vor allem den Sachsen, gut bekannt. Dazu gehört die Sage um den am Dachrand der Schwarzen Kirche knienden Baugesellen, der von seinem Meister aus Neid in den Tod gestürzt gewesen sein soll. Ebenfalls gut bekannt ist die Sage um die scheintote Tochter der Apollonia Hirscher. Wenn es um Kronstadts Katakomben und unterirdischen Kanälen und Tunnels geht, wird es immer geheimnisvoll und spannend, wobei darüber konkret wohl wenig vorgewiesen werden kann. Dass gerade der von den Sachsen gefürchtete und auch verhasste Vlad Tepes eine sächsische Geliebte gehabt haben soll, klingt romantisch. Und dass vor dem Purzengässer Tor in einem Teich vermeintliche Hexen ihr Leben lassen mussten, bringt uns ins tiefe Mittelalter und könnte wohl auch so gewesen sein. Um die Zinne selbst gibt es Sagen, die mit einer Ausnahme (der Geschichte der Steinbank auf dem Promenadenweg) ins Märchenhafte ausschweifen: Drachen und ein Meer unter der Zinne kommen da vor.<br />Bei anderen Beiträgen stört die Bezeichnung „Legende“ weil es sich um historische Tatsachen handelt. Wer dabei „Legende“ hinzufügt, stellt sie (wahrscheinlich unbeabsichtigt) in Frage. Die Gründung und die Existenz der „Kronstädter Allgemeine Sparkasse“ kann nicht als Legende gelten, denn es handelt sich um historische Fakten.&nbsp; Als&nbsp; Entschuldigung könnte gelten, dass man dieser Leistung bei „Brasovul tau“ einen sagenumwobenen Kontext umschreibt, also dass der Begriff in erhöhender Weise verwendet wurde. Das trifft dann in anderen Fällen nicht mehr zu. Dass „Stalin“ jahrelang auf der Zinne zu lesen war und dass Kronstadt „Orasul Stalin“ hieß, ist zeitgenössische Geschichte und keine Legende. Ebenso der verheerende Stadtbrand von 1689 – die wohl größte Katastrophe in der Geschichte Kronstadts. Dass über die Ursachen und Auslöser des Brandes auch heute noch Fragen offen geblieben sind, wäre eine mögliche Erklärung, um Gerüchte und in diesem Sinn auch „Legenden“ ins Spiel zu bringen. Dass aber das Drama einer 90jährigen Kronstädter Auschwitz-Überlebenden zur Kategorie Legende gezählt wird, ist schwer nachzuvollziehen.<br />Wer die Webseite anklickt findet unter „Legendele Brasovului“ auch Beiträge die unter der Rubrik „Heimatkunde“ oder „Aus der Geschichte unserer Stadt“ oder „Wusstet ihr, dass...?“ besser gepasst hätten. Es geht nämlich um Kronstädter Gedenkhäuser, um das Museum der ersten rumänischen Schule in der Oberen Vorstadt (spitze Zungen könnten meinen, dass der damit verbundene SOS-Appell die eigentliche „Legende“ ist), um Ecaterina Varga, um alte Kronstädter Gasthäuser und so weiter. <br />„Legenda“ wird abgeleitet aus dem mittelalterlichen Latein und bedeutete „das, was zu lesen ist“.&nbsp; Die als „Kronstädter Legenden“ vorgestellte Beiträge sind auch lesenswert für eine Publikation die sich ans breite Publikum wendet, nur sollte nicht alles als Legende verkauft werden.<br />PS: Inzwischen erscheinen weitere Beiträge in dieser Reihe mit einem Stempel-Logo versehen, mit dem stilisierten Kronstädter Wappen und der Aufschrift „Brasovul de altadata“/ „Kronstadt von einst“.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Ralf Sudrigian</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Diese Statuette am Dach der Schwarzen Kirche erinnert an die Sage um den ums Leben gekommenen Baugesellen.</p>
<p class="bodytext">Foto: Hans Butmaloiu</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 13:40:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ein Jahrhundert in und für Meschendorf</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/ein-jahrhundert-in-und-fuer-meschendorf/</link>
			<description>Altkurator Martin Werner anlässlich seines 100. Geburtstages geehrt</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><br />Altkurator Martin Werner anlässlich seines 100. Geburtstages geehrt</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">In Meschendorf wusste man Bescheid, warum am Sonntag ungewöhnlich viele Pkw und Besucher in dieser ruhigen, abgelegenen Ortschaft im Repser Ländchen aufgetaucht waren. „Ihr seid hier für den 'Alten'('mosul')!“. „Der Alte ('batrânul') ist gerade von zu Hause zur Kirche gegangen“, hieß es seitens rumänischer Dorfbewohner, als wir Sonntagvormittag ankamen und nach der Kirchenburg Ausschau hielten.<br />Dort sollte um elf Uhr ein Festgottesdienst für Altkurator Martin Werner abgehalten werden. Sein Geburtstag wurde bereits im engeren Rahmen am Stichtag (29. Juli) gefeiert, aber die Zahl derjenigen die Martin Werner persönlich beglückwünschen wollten war doch so groß, dass auf dieses Jubiläum auch am Sonntag erinnert werden sollte. <br />Martin Werner verdient es durchaus und das nicht nur weil er dieses stolze Alter erreicht hat. <br />Praktisch sein ganzes Leben hat er in seinem Heimatort verbracht und war da ein Vorbild in vielen Hinsichten: Er hat als Landwirt in der LPG, zuerst in der Viehzucht, dann im Obstgarten, hervorragende Arbeit geleistet und hat dafür auch eine Auszeichnung erhalten, die er heute stolz, zusammen mit seinen Medaillen als Kriegsveteran und Sanitäter im zweiten Weltkrieg, trägt. Martin Werner war und ist aber vor allem ein engagiertes und überzeugtes Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde. Auf ihn war stets Verlass als Mitglied des Presbyteriums, als Kirchenvater und zuletzt als Kurator. Nie hat er an eine Auswanderung gedacht. Hier sei er geboren, getauft, konfirmiert und getraut worden. Hier möchte er auch begraben werden, sagt er voller Überzeugung. Trotz seines hohen Alters (bei der letzten Auswanderungswelle war er bereits 80) ist Werner weiterhin pflichtbewusst und voller Überzeugung seinen Aufgaben als Kurator nachgekommen. Er sollte nun das Erbe seiner und der Meschendorfer Vorfahren verwalten und pflegen. Das hat er vorbildlich getan; für Pfarrer Siegmar Schmidt (der seit 14 Jahren von Reps aus auch Meschendorf nun als Kleinst-Diasporagemeinde mit nur vier Mitgliedern, betreut) war er Vorbild und Lehrer von dem er vieles zu lernen hat, was man als Stadtbewohner über das Leben am Lande wissen muss. Martin Werner war und ist auch „Reiseleiter“ für all jene die sich über die Vergangenheit Meschendorfs interessieren. Und selbstverständlich ist er eine wichtige „Dokumentationsquelle“ und Bezugsperson für volkskundliche und heimatgeschichtliche Forschungen.<br />Die Heimatsortsgemeinschaft (HOG) der Meschendorfer in Deutschland war am Festtag mit rund 40 Personen vertreten. Viele trugen ihre sächsische Volkstracht und alle beteiligten sich am Festgottesdienst in ihrer schönen, alten Kirche, die nun wieder sehr gut besetzt war. Der HOG-Vorsitzende Heinz Georg Dörner konnte neben den üblichen Geschenken und Glückwünschen Altkurator Werner auch eine besondere Überrraschung vorstellen: die alte Wegestein-Orgel, von der vor zwei Jahren wichtige Bestandteile (die Kondukten) gestohlen wurden, konnte dank ersten Reparaturarbeiten durch die&nbsp; Schweizer Orgelrestauratorin Barbara Dutli, wieder im Gottesdienst erklingen. An ihr spielte der Kronstädter Organist Steffen Schlandt, der zusammen mit dem Jugendbachchor nicht nur den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes sicherte, sondern auch ein kleines Ständchen für den Jubilar bot. Dabei erklang auch Josef Michels Lied „Wer da bittet, der empfängt“. Martin Werner kann auf&nbsp; ein langes, aktives Leben zurückblicken. Ihm wünschen alle weiterhin vor allem Gesundheit und, wie Pfarrer Schmidt es treffend ausdrückte, „so viele Jahre, Monate und Tage, wie Gott sie ihm beschert hat“. Die Reihe der Gratulanten war dann auch beeindruckend: der deutsche Generalkonsul Thomas Gerlach, der Kronstädter Kreisforumsvorsitzende Wolfgang Wittstock der dem Gefeierten der auch Ehrenmitglied des Kronstädter Kreisforums ist, einen schönen Blumenstrauß und eine Flasche Wein überreichte, HOG-Vorsitzender Heinz Georg Dörner, der Meschendorfer Altpfarrer Hochmeister, für den Werner vorbildlich den Begriff „Kirchenvater“ personifiziert, Dipl.-Ing. Karl Hellwig, der Jugendbachchor durch seinen Dirigenten Steffen Schlandt, Kuratoren aus den Nachbargemeinden, Freunde und Bekannte,&nbsp; Dorfbewohner an Spitze mit dem Bodendorfer Bürgermeister Palasan. Eine weitere Überraschung war der Auftritt einer Blaskapelle bestehend aus Bläsern der Augsburger Kapelle. Martin Werner, ein großer Freund der Blasmusik, ließ es sich nicht nehmen, aus der Kirchenbank unter die Bläser zu treten, eine Klarinette in die Hand zu nehmen und sich so fotografieren zu lassen. Werner, der trotz schwachen Augen und nicht mehr so gut hörenden Ohren, geistig aber nach wie vor in guter Verfassung ist, dankte allen. Er tat dies zum Teil auch in Versform und drückte so seine Heimatverbundenheit aus, sowie seinen Dank an den Herrgott der ihm dieses schöne Alter beschert hat. Er selbst habe nie daran geträumt, hundert Jahre zu erreichen und so zu feiern.&nbsp; Für die Jugend kam ein Ratschlag der von ganzem Herz ausgesprochen wurde: sie solle die Jugend genießen, dieses sei die schönste Zeit des Lebens und, einmal verflogen, kehre sie nie wieder zurück.<br />Nach dem Festgottesdienst folgte das Mittagessen im Pfarrhof – so wie es nun seit 2004 jedes zweite Jahr anlässlich des Heimattreffens der ausgewanderten Meschendorfer in ihrer alten Heimat stattfindet. Werners Geburtstag war somit der willkommene Anlass zu solch einem inoffiziellen Heimattreffen, was dem Jubilar sicherlich sehr gefreut haben dürfte. Wir wünschen ihm sowie der Familie Stoian die ihn vorbildlich pflegt, Alles Gute in und für sein so teures Meschendorf.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><br />Ralf Sudrigian</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Foto 1: Gruppenbild mit dem hundertjährigen Altkurator Martin Werner. Zu den zahlreichen Gratulanten gehörten auch Generalkonsul Thomas Gerlach (zweiter von links, vordere Reihe); Dipl-Ing. Karl Hellwig (links, vordere Reihe) und Wolfgang Wittstock, Vorsitzender des Kronstädter Kreisforums (links, zweite Reihe).</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 13:35:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wandern</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/wandern-1/</link>
			<description>Wetterzeichen (II)</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Wetterzeichen (II)</p>
<p class="bodytext"><br />Auch Insekten „sagen was an“: verhalten sie sich unruhig, so kommt Regen. Eine Ausnahme machen von dieser Verhaltensweise die Bienen – wenn sie eifrig Nektar sammeln, so bleibt es beim Schönwetter. Ähnlich verhält sich die Spinne – spinnt sie an ihrem Netz weiter, bleibt das Wetter beständig. In schwerer, feuchter Luft fliegen Vögel (z.B. Schwalben) niedriger als normal. Spatzen nehmen vor dem Regen ein Staubbad. Vögel verstecken sich wenn der Sturm nah ist. Hingegen ziehen Adler oder Habicht&nbsp; hohe Kreise am Himmel wenn es schön bleibt. <br />Frösche quaken länger und melden somit Schönwetter an. Dasselbe tun tanzende Mückenschwärme in der Abendsonne. Wenn das Bergwild in die Täler absteigt, ist es aber mit dem Schönwetter bald vorbei. Auch die Pflanzenwelt gibt indirekte Hinweise auf die Wettertendenz der nächsten Stunden und Tage: Ist das Gras trocken, deutet das im Allgemeinen auf Regen; gibt es am Morgen Tau so wird es schön. Die Verschlechterung der Wetterbedingungen kündigen auch manche Blumen an indem sie ihre Blüten schließen. Der Klee senkt seine Blüten und die Blätter falten sich nach unten.<br />Vom Rauch kann man auch was ablesen: steigt er schnell empor, wird es schön. Breitet er sich am Boden aus so ist das kommende Wetter schlecht, sogar stürmisch. Besonders gute Fernsicht sollte uns nur für den Moment freuen, weil sie eigentlich als Zeichen für unbeständiges Wetter gelten sollte, wie auch flimmernde Sterne am Nachthimmel. Selbst in einer Kaffeetasse kann man ziemlich verlässlich die Wetter-Zukunft lesen – sammeln sich die Luftblasen in der Mitte der Tasse ist es ein gutes Zeichen; wandern sie zum Tassenrand, wird es regnen. <br />Änderungen des Luftdrucks merkt man auch ohne Barometer. Man kann sie wort-wörtlich hören und riechen, denn bei Tiefdruck werden Geräusche und Gerüche leichter freigesetzt und getragen als bei Hochdruck. Tiefdruck steht für träge, feuchte Luft – manche Gerüche (Blumen- oder Heuduft) oder Gestank von der Latrine oder Kanälen sind besser wahrnehmbar. Geräusche und Töne (z.B. in der Ferne läutende Glocken, Verkehr) sind bei Tiefdruck schärfer. Konstant steigender Luftdruck, aufsteigende Wolken oder massive Wolken die sich zerteilen und auflösen sind gute Zeichen, denn das Wetter wird sich bessern. Fallender und sich auflösender Frühnebel kündigt beständig gutes Wetter an, wie auch die welligen, weißen Wolken, bekannt als Kumulus. Vorläufer von gutem Wetter sind auch die leichten, fedrigen Zirruswolken. Wenn Federwolken sich im Uhrzeigersinn drehen, gibt es einen Anstieg der Lufttemperatur. Drehen sie sich in entgegen gesetzten Sinn, wird es kälter. <br />Wenn mehrere dieser Wetterzeichen übereinstimmen, wachsen auch die Chancen, dass man sich die richtige Wetterrechnung macht.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><br />Ralf Sudrigian</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">(Schluss)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 13:34:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Billigwaren bei „Maria“</title>
			<link>http://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/article/billigwaren-bei-maria/</link>
			<description>Der Kunde sollte sich aber nicht als König betrachten</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><br />Der Kunde sollte sich aber nicht als König betrachten</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Noch bevor die Wirtschaftskrise die Kaufkraft vieler Kunden beeinträchtigt hat und bevor Sparmaßnahmen und Gehaltskürzungen zum Alltag gehörten, gab es Geschäfte die mit niedrigen Preisen einen höheren Absatz verfolgten. Außer den sogenannten „Basaren“ die aber mit der Zeit in Kronstadt/Brasov stark eingeschränkt wurden, oder den Gebrauchtwarenläden, sind das Läden mit Ware aus China&nbsp;und Geschäfte die unter dem Motto „Alles zum Preis von 1 Euro“ oder ähnlichen Benennungen funktionieren.<br />Die zwei Kronstädter „Maria“-Geschäfte (einer im Victoriei-Boulevard, der andere im Astra-Viertel bei dem früher als „Complexul Mare“ bekannten Einkaufszentrum) sind ebenfalls Geschäfte die Billigware anbieten. Was sie von den anderen unterscheiden, sind die Dimensionen: da handelt es sich nicht um kleine Läden, sondern um größere Geschäfte mit vielen, langen Regalen. Man könnte meinen, dass zu Krisenzeit da mehr Betrieb ist. Das ist aber nicht unbedingt so. Die Kunden scheinen anspruchsvoller geworden zu sein;&nbsp; ein Schnäppchen-Preis ist wohl keine Garantie, dass ein reißender Absatz folgen wird.<br />Gleich beim Eingang empfängt einen ein Wächter und Fotos von Ladedieben. „Diese Person ist ein Dieb!“ steht über jedem Foto – es folgt Name, Herkunftsortschaft und die Summe um die das Geschäft geschädigt wurde sowie eine Warnung, dass die Polizei über die Ladendiebstähle in Kenntnis gesetzt wird. Dies soll wahrscheinlich abschreckend wirken, wie auch die Tatsache, dass der/die Wächter manchmal auch zu Körperkontrollen zurückgreifen. Taschen und Gepäck mus in einem Schließfach abgegeben werden. Eine solche „Behandlung“ zeigt, dass hier eher Misstrauen als Respekt dem Kunden gegenüber gezeigt wird. Auch sonst ist da der Kunde kein König. Kundenberatung sollte nicht erwartet werden, zu wenige Probekabinen sind vorhanden und die Waren sind da in der Regel wie in einem Depot gelagert, so dass man eher darin wühlen als auswählen muss. Hinzu kommt der charakteristische Geruch von Plastikware, laute Musikbeschallung und (beim Laden im Victoriei-Boulevard) ein heruntergekommener Fußbodenbelag.<br />Die Preise sind tatsächlich billig, was auf eine bescheidene Qualität der Ware schließen lässt. Schuhe, Hosen, Hemden, Trainingsanzüge, Polster, Decken, Spielsachen, Geschirr und andere Küchenartikel, Schreibware, Kosmetika, Haushaltsgeräte und Werkzeuge sind hauptsächlich chinesischer Herkunft. Manches kann ruhig als Kitsch bezeichnet werden, weil da sogar Gemälde und billiger Schmuck vorzufinden sind.<br />Das Preisargument (die höchsten Preise liegen bei rund 50 Lei) dürfte wahrscheinlich für viele der einzige Grund sein, in solchen Läden einzukaufen. Dafür gibt es viele andere Überlegungen (vom „fairen Handel“ d.h. korrekte Entlohnung der Arbeitskräfte aus dem fernen und schwach entwickelten Ausland, bis zu gesundheitlichen und ökologischen Aspekten) dieses nicht (oder zumindest nicht ausschließlich) zu tun.</p>
<p class="bodytext"><br />Ralf Sudrigian</p>
<p class="bodytext">Foto: Das erste Stockwerk des „Complex“, früher eines der gut besuchten Geschäfte des sozialistischen Handels, ist heute von Billigwaren monopolisiert.<br />Foto: der Verfasser</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 13:23:00 +0200</pubDate>
			
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