Mäßiger Profit, satte Dividenden
20.03.26
Trotz widriger Umstände positive Geschäftsbilanz: Vollversammlung des Landwirtschaftsvereins „Heltia“ billigte Rechenschaftsbericht des Verwaltungsrates für das Jahr 2025
Knapp über 400 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche – wer es genau wissen will: 406 ha, verteilt auf 20 an verschiedenen Orten gelegenen Parzellen - hat der Landwirtschaftsverein „Heltia“ mit dem Sitz in der stattlichen Burzenländer Gemeinde Heldsdorf (rum. Hălchiu) im Geschäftsjahr 2025 bewirtschaftet. Es handelt sich um Grund und Boden, der nach der Auflösung der kommunistischen Kollektivwirtschaften, der Restitution der verfügbaren Bodenflächen an die ehemaligen Eigentümer oder deren Erben sowie der Vereinsgründung im Jahr 1991, aufgrund des Gesetzes Nr. 36/1991 über Landwirtschaftsgesellschaften und andere Formen der Assoziierung in der Landwirtschaft, von mehr als 80 Personen dem Verein zur Bewirtschaftung übergeben wurde. In all den 35 Jahren, die seit der Vereinsgründung verstrichen sind, hat „Heltia“ jedes Mal positive Geschäftsbilanzen vorgelegt, was eindeutig für die fachliche Kompetenz jener Landwirtschaftsspezialisten spricht, denen die Vereinsmitglieder die Leitung der Vereinsgeschäfte anvertraut hatten und haben.
Auch im Jahr 2025 hat die Landwirtschaftsgesellschaft „Heltia“ in ihrer Bilanz wiederum schwarze Zahlen schreiben können. Diese erfreuliche Mitteilung konnten die Vereinsmitglieder anlässlich der Heltia-Jahreshauptversammlung zur Kenntnis nehmen, die am 21. Februar d.J. im Restaurant „Prânz şi pace” (Mittagessen und Frieden) in Heldsdorf abgehalten wurde - früher hieß diese Anfang Hintergasse/Laterală-Straße gelegene Gaststätte mit jetzt gutem Ruf „Floare de colţ” (Edelweiß).
Aus dem Rechenschaftsbericht, den der Vereinsvorsitzende Cosmin Sîrbu vorlegte, ging hervor, dass die im vorigen Jahr eingefahrene Ernte verhältnismäßig gut ausgefallen ist - trotz widriger Umstände und Bedingungen, womit einerseits das zeitweilig ungünstige Wetter, andererseits aber auch die Verhältnisse auf dem Markt für landwirtschaftliche Produkte gemeint sind. Hauptkultur war auch im vorigen Jahr der Weizen, der auf einem Drittel der verfügbaren Bodenfläche (138 ha) angebaut worden war. Eingefahren wurden im Durchschnitt über 7,9 Tonnen/Hektar, was für Burzenländer Verhältnisse ein beachtliches und auch wesentlich besseres Ergebnis als 2024 darstellt. Angebaut wurden im Landwirtschaftsjahr 2025 außerdem – in der Reihenfolge der Größe der bearbeiteten Bodenflächen – Kartoffeln (auf 81 ha), Raps (69 ha), Mais (38 ha), Sonnenblumen (35 ha), Gerste (23 ha) und Zuckerrüben (22 ha). Außer beim Weizen wurden auch beim Raps (mehr als 4,37 t/ha), beim Körnermais (rund 8 t/ha) und bei den Sonnenblumen (3,37 t/ha) bessere Ernten als 2024 erzielt, während bei den Kartoffeln (19,16 t/ha) und bei den Zuckerrüben (über 33 t/ha) die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr schwächer ausgefallen sind. Beim Vermarkten der Ernte baut „Heltia“ auf stabile Kontakte zu Geschäftspartnern wie Intersnack România, TransCat, EAST Agro oder Mercali.
Die geernteten Zuckerrüben wurde an die Zuckerfabrik im rund 200 km entfernten Luduş (Landkreis Mureş) geliefert, weil die Zuckerfabrik im nahen Brenndorf/Bod schon seit Jahren stillgelegt ist. Wie anlässlich der diesjährigen Vollversammlung zu erfahren war, wird „Heltia“ für dieses Jahr auf den Anbau von Zuckerrüben verzichten. Das ist wohl das Ende einer langjährigen Burzenländer Landwirtschafts-Tradition – die Zuckerfabrik in Brenndorf wurde 1889, vor 137 Jahren, in Betrieb genommen.
Dem den Vereinsmitgliedern vorgelegten Rechenschaftsbericht war zu entnehmen, dass „Heltia“ im Jahr 2025 Gesamteinnahmen von rund 5,26 Millionen Lei (davon etwa 980.000 Lei Subventionen aus nationalen und EU-Fonds) bei Gesamtausgaben von über 4,95 Millionen Lei verbucht hat. Nach Besteuerung des Profits verbleibt in der Vereinskasse ein Reingewinn von 269.380 Lei (rund 52.800 Euro). Die Vollversammlung billigte einstimmig den Vorschlag des Verwaltungsrates, den Vereinsmitgliedern Dividenden im Gesamtwert von 673.565 Lei auszuschütten. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Dividenden zu einem großen Teil aus in besseren Jahren konstituierten Reserven ausbezahlt werden.
Trotz schwieriger Zeiten konnte der Heltia-Verein es sich im Vorjahr leisten, seinen ansehnlichen Maschinenpark durch Ankauf zweier Bewässerungs-Schlauchtrommeln samt Motorpumpe und eines Kartoffelhackers für das Anhäufeln der Kartoffelpflanzen zu erweitern. Im laufenden Geschäftsjahr soll eine automatische Kartoffelsortiermaschine mit Klumpentrenner (geschätzter Kostenpunkt: 25.000 €) angeschafft werden. Diese Investition soll sich in drei Jahren amortisieren, durch die Reduzierung des Einsatzes von Tagelöhnern, für die im Jahr 2025 bei den Ausgaben rund 15.000 € verbucht wurden.
Auf der Tagesordnung der Heltia-Vollversammlung stand auch die Novellierung der eigenen Vereinssatzung. Gegenwärtig müssen, damit die Vollversammlung gültige Beschlüsse fassen kann, mindestens zwei Drittel der Vereinsmitglieder anwesend sein. Für den Fall, dass dieses Quorum nicht existiert, soll in Zukunft binnen 30 Tagen eine zweite Sitzung einberufen werden, wo Beschlüsse mit einfacher Mehrheit verabschieden werden können. Ein zweiter Vorschlag lautete, dass Vereinsmitglieder aus dem Verein ausgeschlossen werden, falls sie fünf Jahre in Folge den Jahres-Hauptversammlungen unentschuldigt ferngeblieben sind. Beide Beschlussvorlagen wurden einstimmig verabschiedet.
Im vorigen Jahr hatte die Heltia-Vollversammlung den Beschluss gefasst, eine Handelsgesellschaft (GmbH) zu gründen, deren alleiniger Gesellschafter „Heltia“ sein sollte. Zu erfahren war nun, dass die Umsetzung dieses Beschlusses nicht mehr nötig ist, da es inzwischen auch den aufgrund des Gesetzes Nr. 36/1991 gegründeten Landwirtschaftsgesellschaften möglich ist, EU-Gelder für Investitionen zu beantragen.
Wolfgang Wittstock
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