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		<title>Karpatenrundschau</title>
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		<description>Karpatenrundschau Artikel</description>
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			<title>Karpatenrundschau</title>
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		<lastBuildDate>Fri, 03 Apr 2026 20:01:00 +0000</lastBuildDate>
		
		
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			<title>„Albumbilder – Geschichten“</title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/albumbilder-geschichten/</link>
			<description>Literarisch-musikalische Performance</description>
			<content:encoded><![CDATA[Literarisch-musikalische Performance
Blumen, Inkontinenz, Spiegelbild, Älterwerden, Kerzen – das sind nur einige Stichwörter zu einem kürzlich im Zuge der XXIX. Internationalen Tagung Kronstädter Germanistik stattgefundenen Event. Am Freitagabend, dem 27. März, blieb kaum ein Stuhl des Multikulturellen Zentrums Der Transilvania-Universität leer. Grund dafür war der neue Prosaband von Carmen Elisabeth Puchianu, den sie, begleitet vom Pianisten Paul Christian, in ihrer Heimatstadt vorstellte. Unter dem Titel „Albumbilder – Geschichten“ wurden zehn Prosatexte beim Paramon-Verlag aus Berlin veröffentlicht, von denen sechs in einem engeren Zusammenhang untereinanderstehen. In zwei der Texte nahm die Autorin und ehemalige Dozentin alle Anwesenden mit und erweckte durch detaillierte Beschreibungen und sämtliche interkulturelle und -sprachliche Vorkommnisse eine kleine Welt zum Leben, die für einige der Besucher sicher ihrer eigenen Lebensrealität in Siebenbürgen ähnelte. Die Einlagen des Pianisten, der auch Teil des „Kabaretts Kaktus“ ist, sorgten für eine feierliche Stimmung und Momente des Nachsinnens über das soeben Gehörte. „Meine gesamte Literatur ist mehr oder weniger eine Mischung von persönlichem Erleben, von Surrealität – es verbindet sich das Eine mit dem Anderen –, das Hin und Her in der Zeit mit einer teilweise allwissenden Erzählperspektive, die auf Rückblenden zurückgreift. Es geht meistens um Einzelgängerinnen, Einzelgänger, so ein bisschen schrullige Figuren, die mit sich selber und mit der Welt zu tun haben.“ So beschreibt Carmen Elisabeth Puchianu ihren eigenen Schreibstil sehr treffend: die Protagonistinnen in den gelesenen Prosastücken „Allerseelen“ und „Eine Ankunft“ sind beide Einzelgängerinnen, die sich mit dem Alter, ihrem Lebensinhalt und der Liebe – zu Familie oder einer Geliebten – auseinandersetzen. Die Veranstaltung fand bei anregenden Gesprächen und einer entspannten Atmosphäre ihren Ausklang.<br />
Bernice Krech-Lițoiu<br /><br />]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 20:01:00 +0000</pubDate>
			
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			<title>Bilanz und Ausblick </title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/bilanz-und-ausblick/</link>
			<description>Mitgliederversammlung des Ortsforums fand statt</description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />Mitgliederversammlung des Ortsforums fand statt<br /><br />Am Montag, dem 23. März, trafen Forumsmitglieder und Sympathisanten im Festsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Kronstadt zur Mitgliederversammlung zusammen. Paul Binder, Vorsitzender des Ortsforums, zog Bilanz nach dem ersten vollständigen Amtsjahr des neuen Vorstands und gab zugleich einen Ausblick auf die Möglichkeiten der kommenden Monate.&nbsp;<br />Wie bisher wolle man weiterhin durch „selbstlosen Zusammenhalt und Pflege der deutschen Sprache” das Hauptziel des Forums verfolgen, und zwar den kontinuierlichen Ausbau der deutschen Gemeinschaft. „Die Arbeit, die wir hier im Forum tagtäglich durchführen, muss dazu führen, dass sich auch in 20 Jahren junge Menschen so sehr für ein deutsches Forum interessieren, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Vorsitzende werden wollen”, erklärte Binder. Obwohl sich der Vorsitzende über die Zusammenarbeit mit den beiden deutschen Schulen (Honteruskolleg und Schule Nr. 12), der Kirche (Bartholomäe und Honterusgemeinde), der Universität, dem Kulturzentrum, dem Wirtschaftsklub und weiteren Partnern zufrieden zeigte, möchte er durch Kulturprojekte und Offenheit des Forums verstärkt als verbindender Akteur wirken und die Institutionen näher zusammenbringen. Binder unterstrich zudem die gute Zusammenarbeit mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern.&nbsp;
2025, das Jahr der Fundamente<br />
Des Weiteren betonte er, dass das Forum die administrativen Möglichkeiten - die finanziellen, personellen, materiellen und organisatorischen Ressourcen -, die ihm 2026 zur Verfügung stehen, bestmöglich nutzen werde. Das Jahr 2025 sei ein „Jahr der Fundamente“ gewesen, in dem eine umfassende Analyse und Aufarbeitung der organisatorischen Strukturen erfolgt sei. Zu den wichtigsten Änderungen zählen die Einführung eines Ablagesystems (online sowie offline), die die Überarbeitung des Abrechnungsprozesses für staatliche Mittel sowie die Verbesserung der institutionellen Kommunikation mit den übergeordneten Foren.<br />
Rechnungslegung und Personalerweiterung<br />
Geschäftsführer Uwe Leonhardt stellte die Rechnungslegung vor. Das Forum erhielt im Vorjahr über das Siebenbürgenforum mehr als 310.000 Lei aus Mitteln der rumänischen Regierung. Diese wurden für Verwaltungs- und Gehaltskosten sowie für Kulturprojekte, Publikationen und Investitionen verwendet. Hinzu kamen über 3.500 Lei aus Mitgliedsbeiträgen und kleine Spendenbeiträge. Aufgrund eines Abrechnungsfehlers müsse das Forum jedoch 7.000 Lei aus eigenen Mitteln begleichen. Man zeigte sich dennoch zufrieden, inzwischen einen klaren Arbeitsprozess für die Abrechnung der Gelder etabliert zu haben und die Unterlagen fristgerecht nach Hermannstadt übermittelt zu haben.&nbsp;<br />Die Arbeit vom vergangenen Jahr ermöglichte eine Erweiterung des Personals. So unterstützt die junge Absolventin der Bukarester Filmakademie, Ioana Neguț, das Forum in Teilzeit bei Abrechnungen. Sophia Neguț, Schülerin, hat zeitweilige die Rolle der Vorsitzenden des Jugendforums übernommen. Für die Kulturprojekte ist seit Mitte März die neue ifa-Kulturmanagerin Annika Rachor&nbsp; zuständig. Ihr Mandat läuft vorerst bis Ende August. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Transilvania-Universität unterstützt Raphael Gehann als Praktikantdas Forum. Weitere Praktikantenstellen werden derzeit mit Unterstützung der Germanistitk-Abteilung vorbereitet.&nbsp;<br /><br />Investition in Gebäude<br />
Die zahlreichen Projekte des DFDK haben die Mitglieder, Sympathisanten aber auch Gäste enger zusammengeführt. So etwa das Maisingen, bei dem auch hochrangige Ehrengäste die deutsche Gemeinschaft in Kronstadt feierten. Auch das traditionelle Forumsfest und die Oster- und Weihnachtsbasare des Handarbeitskreises sorgen Jahr für Jahr für gute Stimmung. Die Aktivitäten des Jugendforums haben neue Mitglieder angezogen, die sich unter anderem beim Bartholomäusfest oder beim Sachsentreffen in Zeiden engagierten. Darüber hinaus tragen die Deutsche Vortragsreihe, Konzerte, Lesungen, Workshops, eine Performance, ein Filmabend sowie thematische Veranstaltungen zur Erreichung der Ziele des Forums bei.<br />Als Neuerung wurde hervorgehoben, dass das Forum erstmals Mittel aus dem Verwaltungsbudget für die Instandhaltung des Gebäudes einsetzen konnte. So wurden unter anderem neue Türen eingebaut und der Flur renoviert. „Ein Erfolg, der künftig jährlich wiederholt werden soll“, erklärte Binder. Wie in den vergangenen Jahren wurde auch die Jugendblaskapelle unterstützt, etwa durch die Anschaffung von Musikinstrumenten und die Förderung eines Musikcamps. Matthias Roos, Leiter der Blaskapelle für Kinder und Jugendliche, betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit den deutschen Schulen, um mehr Schüler für die Blaskapelle zu gewinnen.&nbsp;<br /><br />Transparenz bei der Vergabe der Ehrenbürgerschaft&nbsp;<br />
Olivia Grigoriu, ehemalige Vorsitzende des Ortsforums Kronstadt und nun Stadträtin seitens der DFDK, berichtete über ihre Tätigkeit im Bürgermeisteramt. Dabei ging sie unter anderem auf ihre Arbeit als Delegierte des Stadtrates in den Verwaltungsräten der Honterusschule, der Schule Nr. 12 und dem ungarischsprachigen Layos-Kollegium ein.<br />Zudem thematisierte ihr Engagement im Rahmen der Stiftung für Historische Monumente in Kronstadt (Fundația Monumentelor Istorice Brașov). Sie äußerte sich kritisch zur mangelnden Transparenz bei der Bewertung sanierungsbedürftiger Gebäude. Als Beispiel nannte sie die ehemalige Klinik für Dermatologie, deren baufälliger Zustand ein öffentliches Risiko darstelle. Dennoch seien bislang keine ausreichenden Maßnahmen seitens der Verwaltung ergriffen worden. „Angeblich soll das Gebäude 2026 gesichert werden“, erklärte die Stadträtin.<br />Auch bei der Vergabe des Ehrenbürgertitels sprach sich Grigoriu für mehr Transparenz aus. Sie forderte, dass Vorschläge für auszuzeichnende Personen künftig vor der Abstimmung veröffentlicht werden, sodass Bürger, Institutionen und Vereine die Möglichkeit erhalten, Stellung zu nehmen. Ihr Vorschlag erfolgte als Reaktion auf die Verleihung des Ehrentitels an den Historiker Ioan Vlad, der in seiner Dankesrede im Oktober xenophobe und fragwürdige Aussagen über die Rolle der siebenbürgisch-sächsischen Minderheit in Kronstadt gemacht hatte. Die Stadträtin rief dazu auf, darüber nachzudenken, wie solche Formen der Verleumdung aktiv und nachhaltig bekämpft werden können. „Im Vorstand haben wir mit knapper Mehrheit beschlossen, zunächst abzuwarten, um zu sehen, ob die Information an die Öffentlichkeit gelangt, damit das Forum Vlad keine zusätzliche Bühne bietet”, sagte Paul Binder. Zugleich versicherte er, dass das Forum in dieser Frage wachsam bleiben werde. Ausführliche Berichte über Grigorius Tätigkeit im Stadtrat veröffentlicht die „Karpatenrundschau“ monatlich.&nbsp;<br /><br />Persönlicher Einsatz erforderlich<br />
Nicht zuletzt wurde bei der Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung beschlossen. Künftig soll der Vorsitzende als alleiniger Stimmberechtigter Dokumente unterzeichnen – bislang war dies Aufgabe des gesamten Vorstands. Dies solle die Arbeitsabläufe vereinfachen und Zeit sparen. Die übrigen Vorstandsmitglieder sowie der Schatzmeister werden weiterhin in Beschlüssen der Mitgliederversammlung und des Vorstandes festgehalten. Das Forum beabsichtigt, die begonnenen Projekte fortzuführen und neue Vorhaben umzusetzen. Vorraussetzung dafür sei jedoch, so Binder, der persönliche Einsatz jedes Einzelnen. „Wenn du Gutes willst, muss das Gute in erster Linie von dir ausgehen. Wenn wir also eine gut verwurzelte Gemeinschaft im Geist ihrer geschichtlich bewiesenen Stärke und Moralität haben wollen, muss es in erster Linie intern bei uns beginnen”.<br /><br />Laura Căpățână Juller<br /><br /><br />Bei der Mitgliederversammlung haben zahlreiche Mitglieder und Sympathisanten teilgenommen. Foto: Uwe Leonhardt<br /><br /><br />]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 19:58:00 +0000</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Erinnern gegen die Konstruktion: Der lange Schatten des „Schwarze-Kirche-Prozesses“</title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/erinnern-gegen-die-konstruktion-der-lange-schatten-des-schwarze-kirche-prozesses/</link>
			<description>Buchvorstellung und Podiumsdiskussion zur zweiten Auflage</description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />Buchvorstellung und Podiumsdiskussion zur zweiten Auflage<br /><br />Junge Freunde, die sich hin und wieder zu Diskussionsrunden treffen, um die einfachen Fragen der Zeit zu besprechen. Ein Pfarrer, der das Wohl seiner Gemeinde sucht, gemeinsam mit einem Teil des Verwaltungspersonals. Und ein Geschwisterpaar, das einen Brief aus Westdeutschland erhalten und mit einigen wenigen Bekannten geteilt hat. Was alle diese Personen gemeinsam haben? Die Anklage wegen Hoch- und Landesverrats, gefolgt von langen Freiheitsstrafen, die auf üble Taten hinzuweisen scheinen. Und auch, dass ihrer Lebensgeschichten erneut gedacht wurde, als am Samstag, dem 28. März, die zweite Auflage von „Der Schwarze-Kirche-Prozess 1957/58. Erlebnisberichte und Dokumentation“ im Festsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Kronstadt vorgestellt wurde. Es war ein Abend der Stimmen – derer, die heute über das Geschehene sprechen können und derer, die größtenteils verstummt sind, deren Schicksale aber nun noch einmal schwarz auf weiß zwischen zwei Buchdeckeln fixiert wurden. An der Podiumsdiskussion beteiligten sich Karl-Heinz Brenndörfer, welcher die Berichte der Prozessopfer zusammengetragen hat, sowie die Historiker Corneliu Pintilescu, der sich in mehreren wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Schwarze-Kirche-Prozess auseinandersetzt hat, Harald Roth, welcher mit einigen der Prozessopfer persönlichen Kontakt hatte und Unterstaatssekretär Thomas Șindilariu, der neben Brenndörfer auch der Herausgeber des Bandes ist, unter der Moderation von Ralf Sudrigian. Der Saal war voll und es mussten noch einige Stühle dazugestellt werden, denn an Interessierten mangelte es nicht und durch die XXIX. Tagung der Kronstädter Germanistik kamen auch einige internationale Gäste zu der Veranstaltung dazu.
Die Neuauflage und ihre Notwendigkeit<br />
Karl-Heinz Brenndörfer erklärte zu Beginn, wie es in erster Linie zu dem Band, der 2011 erschienen ist, gekommen war: bei einer Tagung anlässlich des 50. Jahrestages im Jahr 2008, an welcher die meisten noch lebenden Prozess-Opfer teilnahmen, reichte die Zeit nach vielen Referaten nicht mehr für den Kern der Begegnung, nämlich die Podiumsdiskussion der Prozessopfer mit ihren persönlichen Berichten. Daraufhin entstand die Idee, eine Broschüre mit diesen Berichten herauszubringen – jedoch wurde daraus ein ganzes Buch, an dessen Herausgabe schlussendlich auch die Honterus-Gemeinde beteiligt war.<br />Die zweite Auflage des Bandes ist im Wesentlichen ein Nachdruck, von dem es 500 Exemplare gibt. Biografisch ergänzt und aktualisiert wurde die Liste über alle Verurteilten und Personen, die im Zusammenhang mit der Schwarze-Kirche-Gruppe verhaftet wurden, jedoch anderen Prozessen zugeordnet wurden. Sechs von den insgesamt 24 sind heute noch am Leben. Initiiert wurde der Neudruck vom Jugendforum Kronstadt – die ehemalige Auflage aus dem Jahr 2011 war schnell vergriffen, das Interesse an dem Thema jedoch nicht weniger geworden. Und so ist das Buch jetzt wieder da: auf rotem Hintergrund prangt in einem schwarzen Linolschnitt von Erhard Volkmer die Schwarze Kirche. Ein schwarzer Tintenklecks deutet die umfangreiche Bürokratie der Securitate und der Gerichtsverhandlungen an.<br />Bilder von Betroffenen, den Schauplätzen der Handlung und aus der Bilddokumentation der Securitate selbst, sowie das Aufhebungsurteil des Obersten Gerichtshofs Rumäniens aus dem Jahr 1998 ergänzen die rund 250 Seiten Berichte der Prozessopfer.&nbsp;<br />
Der Prozess als Konstruktion<br />
Bald 70 Jahre ist es her, dass in Kronstadt einer der folgenreichsten politischen Prozesse gegen die deutsche Minderheit in Rumänien stattfand. Ende 1957 verhaftete die Securitate gezielt junge Siebenbürger Sachsen sowie einzelne Vertreter der evangelischen Kirche und konstruierte aus ihnen eine angebliche Untergrundorganisation mit Verbindungen in den Westen. Vor einem Militärgericht wurden die Angeklagten 1958 in einem nicht öffentlichen Verfahren zu drastischen Strafen verurteilt.<br />Was an diesem Abend deutlich wurde: Der sogenannte „Schwarze-Kirche-Prozess“ war kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines größeren Mechanismus. Ein Puzzle aus Angst, Konstruktion und gezielter Verdrehung von Realität. „Man hat aus einem Freundeskreis eine Verschwörung gemacht“, hieß es sinngemäß. Junge Menschen, die sich trafen, diskutierten, Musik hörten, über die Welt nachdachten – wurden plötzlich zu Staatsfeinden. Denn die Securitate zielte bei ihrer Dokumentation vor allem darauf ab, ein eigenes Narrativ herzustellen – nicht, einen tatsächlichen Sachverhalt aufzuklären. Dabei spielte die sogenannte „Holzsprache“/„limbaj de lemn“ eine Rolle - ein ideologischer Jargon, der im Protokoll alltägliche Situationen und Aussagen zu staatsfeindlichen Aktionen umwandelte.&nbsp;<br />Besonders eindrücklich war eine Frage, die fast beiläufig gestellt wurde: Warum wusste damals kaum jemand von diesem Prozess? Es gab keine Zeitungsberichte. Keinen Schauprozess im klassischen Sinn. Nicht einmal die, die ganz in der Nähe lebten, hatten etwas mitbekommen. Und doch: solch massive Strafen. Die Antwort darauf, gefunden zwischen der Zeilen der Akten des Geheimdienstes, zeigt deutlich: Mit dem Prozess sollte ein Zeichen nach innen gesetzt werden – es ging mehr um Einschüchterung als um Propaganda. Trotzdem wurde der Prozess in Moskau genutzt, als „gutes Beispiel“ für angehende Mitarbeiter der kommunistischen Geheimdienste.<br />Auch der Begriff&nbsp; „Edelsachsen“, der immer wieder im Zusammenhang mit dem Prozess aufkommt, wurde diskutiert. Er zeigt eine vermeintliche Überlegenheit und Arroganz der Jugendlichen an – Pintilescu erklärte, dass es ihn in den Akten so nicht gibt. Allerdings ist klar, dass die Sachsen als gut-bürgerliche Schicht von der Securitate nicht gerne gesehen wurden. Vermutlich deshalb wurde versucht, den Begriff zu nutzen und die Jugendlichen so darzustellen, als hätten sie sich als etwas Besseres bezeichnet. Aus den Zuschauerreihen ergänzte Wolfgang Wittstock, dass einer der Prozessopfer, Gerhard Gross, in seinem neuen Buch „Angekettet. Der Schwarze-Kirche-Prozess“ erklärt, wie er von dem Begriff „Edelsachsen“ erstmalig im Zeidener Gefängnis hörte. Trotzdem wird aus den Erzählungen mehrerer Verklagten deutlich, dass bis in ihr nächsten Umfeld geglaubt wurde, sie hätten dieses Wort verwendet und nach ihrer Entlassung gefragt wurde, wie sie so „verrückt“ sein konnten.<br />Es stellt sich die Frage: Wozu die ganze Arbeit?&nbsp;<br />Weshalb die Securitate so viele Geschösse aufgefahren hat, mit 20 Verurteilten und ganzen „Abendlektüren“ an Bürokratie, ist ebenfalls den Akten entnehmbar: die Sachsen schienen im Kontext des Ungarnaufstands von 1956 als solch eine Bedrohung für den Geheimdienst, dass dieser versuchte, die Gemeinschaft auf verschiedenen Wegen zu schwächen. Dazu gehörte auch die familiäre Vermischung der Sachsen mit dem multikulturellen Umfeld, um somit die Zukunft der Gemeinschaft zu gefährden. Pfarrer Möckel, der auf die Frage zu Mischehen antwortete, dass man sich eher auf seine eigene ethnische Gemeinschaft konzentrieren sollte, war ihnen ein Dorn im Auge.<br />
Die Gruppe war nicht homogen<br />
Es war wohl für die Securitate wichtig, auch eine Verbindung zu älteren Erwachsenen wie Pfarrer Möckel und anderen Verwaltungsmitgliedern der Honterusgemeinde herzustellen, um dem jugendlichen Kreis einen „Hexenmeister“ beizugeben. Außerdem wurden etliche auch nicht verhaftet, obwohl sie bei den Treffen der Jugendlichen dabei waren. „Das ist ja wichtig für eine Willkürherrschaft, einen Unschuldigen zu bestrafen, denn der merkt es sich, und andere laufen zu lassen, damit sie immer Angst haben“, so Șindilariu zu der ungleichen Behandlung.<br />Dazu kommen die Informanten der Securitate, welche, teils infiltriert unter der deutschen Minderheit, teils bereits aus der Gemeinschaft stammend, nun (zu eigenen Vorteilen aber auch für eine Art Rache an Gemeindemitgliedern) an dem Konstrukt der Securitate mitbauten. Einer aus der Gruppe selbst hatte sogar von der Securitate eine Flucht – erst über Hermannstadt, dann das Schwarze Meer und schließlich nach Westdeutschland – organisiert bekommen, nachdem er bei ihnen unterschrieben hatte.&nbsp;<br />Ein Satz von Karl-Heinz Brenndörfer über die jahrelange Verunsicherung der Angeklagten – ebenfalls zustandegekommen durch diese gründliche Arbeit der Securitate – blieb hängen: „Manche haben bis heute den Verdacht, der andere könnte zu viel gesagt haben“. Das ist beim Zusammentragen der Berichte durchgekommen – eine feine Nachwirkung von Repression, die sich auch Jahre nach den Verhören nicht einfach abschütteln ließ.<br />
Zwischen Dokumentation und Menschlichkeit<br />
Was diesen Abend besonders machte, war die Balance zwischen historischer Analyse und persönlichen Anekdoten - Erinnerungen an Gespräche mit den Betroffenen, Details aus den Akten der Securitate oder auch lustigen Bemerkungen.&nbsp;<br />Harald Roth lenkte den Blick auf die langfristigen Wunden. Der Prozess selbst, gepaart mit anderen Faktoren,&nbsp; die zu schwerer Verunsicherung&nbsp; bei den Sachsen führten, endeten darin, dass eine ganze Generation – die Geburtsjahrgänge der 40er und 50er Jahre – in der Gründung von Vereinen und Institutionen der Siebenbürger Sachsen fast vollständig fehlt. „Man wollte den Stolz dieser Gruppe brechen“, so Roth. Es war ein Einschnitt, der bis heute nachwirkt.<br />Am Ende des Abends blieb die Erkenntnis, dass Aufarbeitung mehr ist als das Wälzen von Akten. Die Dokumente der Securitate nicht vollständig als wahr zu betrachten und mit Erlebnisberichten derer, die die Repression am eigenen Körper erlebt haben, gegenzuprüfen, ist enorm wichtig, um möglichst nah an die Wahrheit zu kommen. Es ist, wie Paul Binder es formulierte, auch die Suche nach “einem höheren Verständnis“, das Aussieben von dem Guten, um trotz der grausamen Ungerechtigkeiten nach vorne schauen zu können. Das Buch ist damit ein notwendiger Anker in einer Zeit, die allzu schnell vergisst.<br />Die Veranstaltung klang bei Gebäck und angeregten Gesprächen über das soeben Gehörte aus.<br />Das Buch erschien mit der finanziellen Unterstützung des Departments für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Regierung Rumäniens durch das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien und das Demokratische Forum der Deutschen in Kronstadt. Es handelt sich um Gratisexemplare.<br />
Bernice Krech-Lițoiu

Der volle Festsaal bei der Veranstaltung. Online zugeschaltet waren Karl-Heinz Brenndörfer und Corneliu Pintilescu. Foto: Bernice Krech-Lițoiu]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 19:56:00 +0000</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gegen das Vergessen </title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/gegen-das-vergessen-1/</link>
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 „Dem Himmel näher als der Heimat“ von Manfred Copony und Reinhard Schuster im Forum vorgestellt</description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />„Dem Himmel näher als der Heimat“ von Manfred Copony und Reinhard Schuster im Forum vorgestellt&nbsp;<br /><br />Ein silberner Löffel ist auf den Lesezeichen abgebildet, die am Nachmittag des 17. März auf den Stühlen im Festsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Kronstadt liegen. Die Lesezeichen sollen zum Buch verwendet werden, das an diesem Tag vorgestellt wird.&nbsp;<br />„Der Himmel näher als die Heimat. Aus einem Zettelkoffer gesammelt“ von Reinhard Schuster und Manfred Copony ist im Hermannstädter Honterus-Verlag erschienen und sammelt Briefe und Tagebuchauszüge, die meisten von ihnen während der Deportation in die ehemalige Sovjetunion verfasst.&nbsp;<br />Der Löffel auf dem Lesezeichen wurde von Reinhard Schusters Vater Fritzl während seiner Zeit im Zwangsarbeitslager von Almazana benutzt. Ein Gegenstand aus einem anderen Leben, als die Welt noch heil war. Ein silberner Löffel, der den jungen Mann an sein Zuhause erinnern sollte. Der ihm auch in Zeiten, als es fast keine Hoffnung mehr gab, Vertrauen schenken sollte. Ihm versprechen sollte, dass mit jedem Tag, der vergeht, der Tag näher rückt, an dem er endlich wieder zu Hause sein wird.&nbsp;<br /><br />Ein Stück Geschichte wird rekonstruiert&nbsp;<br /><br />Letztes Jahr waren es 80 Jahre, seitdem im Januar 1945 über 70.000 Angehörige der deutschen Minderheit, von russischem und rumänischem Militär ausgehoben und in Viehwaggons in den Donbass (heute östliche Ukraine) gebracht wurden. Statt sich ihrer schönsten Jahre zu erfreuen, mussten die jungen Leute jahrelang in Kohlenwerken unter unmenschlichen Bedingungen schuften. Etwa 15% der Deportierten kehrten nicht mehr in ihre geliebte Heimat zurück. Sie überlebten den ständigen Hunger, die Kälte und die schweren Arbeitsbedingungen nicht. Andere kehrten schwer traumatisiert zurück. Die Zeit im Arbeitslager hat tiefe Spuren hinterlassen, die auch heute noch in manchen Familien zu sehen sind. Die Erinnerungen der Zeitzeugen, alte Familienfotos, Briefe und verschiedene andere Dokumente fügen sich zusammen zu einer großen Erzählung, in der nicht immer über Leid die Rede ist, sondern auch über Hoffnung. So auch in den Briefen und Tagebuchauszügen, die von Copony und Schuster gesammelt wurden und in denen ein Stück Geschichte rekonstruiert wird.&nbsp;<br /><br />Ein Koffer voller Erinnerungen&nbsp;&nbsp;<br /><br />„Während des Kommunismus war ich Kellner im ARO-Palace Hotel. Dort habe ich viele Leute kennengelernt, darunter Reinhardt Schuster. Nachdem ich nach Deutschland ausgewandert bin, habe ich oft bei ihm übernachtet, als ich auf Besuch nach Rumänien kam“. So fing eine Freundschaft an, die die Jahre überdauerte.&nbsp;<br />Eigentlich hatten beide Autoren anfangs kein Interesse am Thema „Deportation“. Doch vor sechs Jahren wurde das Gesetz Nummer 130/2020 in Rumänien erlassen, welches den Russlanddeportierten und deren Kinder das Recht auf Entschädigung einräumte.&nbsp;<br />Schusters Mutter, sein Vater sowie der Großvater mütterlicherseits wurden 1945 in die UdSSR deportiert. Er hatte aber anfangs wenig Interesse daran und auch sein Frreund Manfred Copony nicht, da niemand aus seiner nahen Verwandschaft in die UdSSR deportiert wurde (sein Großvater konnte sich noch verstecken, um der Deportation zu entgehen). Doch dann kamen mehrere Anfragen von Bekannten aus Deutschland, die Copony baten, ihnen bei der Beschaffung der Unterlagen, die für einen Antrag nötig waren, zu helfen. So forderte er auch Schuster auf, in seinen Unterlagen zu stöbern und ihm die nötigen Papiere zu geben, um den Antrag für ihn zu erstellen. Wegen seiner Sehschwäche konnte dieser die Unterlagen nicht finden, händigte seinem Freund aber einen Koffer voll Dokumenten und Urkunden aus. In diesem Koffer fand Manfred Copony mehrere Briefe, sowie das Tagerbuch von Reinhard Schusters Vater und dessen Schwester, die 1945 gemeinsam nach Almazana zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. „Soll ich wieder anfangen zu schreiben? Es ist eigentlich nicht nötig, denn all das, was ich hier erlebe, werde ich doch nie wieder vergessen können“- mit diesem Eintrag, am 5. Mai 1945 verfasst, fängt das Tagebuch von Amieze und Fritzl an, welches im Arbeitslager verfasst wurde. Copony las es gespannt, das Thema ließ ihn nicht mehr los. Es folgten über 100 Briefe, Urkunden und Fotos, die er mit großem Interesse studierte. Er erzählte Schuster davon, und auch dessen Interesse wuchs von Tag zu Tag. Dann entschieden sie sich, dass nach all diesen Recherchen “ein Buch erstellt werden sollte, in welchem die Hauptpersonen durch Briefe und Eintragungen im Tagebuch selbst zu Wort kommen sollen”.&nbsp;<br /><br />Die Leute, die im Buch zu Wort kommen, leben weiter&nbsp;<br /><br />Im Blumenauer Altersheim lernte Copony Frau Hilde Auguste Eberlein kennen, die auch nach Almazana zur Zwangsarbeit deportiert wurde und die sich trotz ihrer über 100 Jahre an Vieles erinnern konnte. Ein interessantes Dokument im Buch ist ein Rundbrief von mehreren ehemaligen Honterusschülern, ehemalige Klassenkameraden von Fritzl, Schusters Vater, die nach der Rückkehr aus der Deportation Kontakt zueinander gesucht haben. Aus diesem Rundbrief kann man viel auch über die Zeit nach der Deportation erfahren.&nbsp;<br />„Die Leute sprechen selber in diesem Buch, deshalb habe ich auch alle Fehler behalten“, meinte Copony bei der Buchvorstellung. „Dem Himmel näher als die Heimat“ ist nicht nur ein wichtiges Zeitdokument, sondern es wirkt gegen das Vergessen. Alle Leute, die in diesem Buch zu Wort kommen, leben weiter.&nbsp;<br />„Lesen zwei Leser das gleiche Buch, so lesen sie dennoch nicht dasselbe“. An diese Worte von Michael Ende erinnerte Manfred Copony bei der Buchvorstellung, die von einem Abendessen mit Krautsuppe und Schwarzbrot gefolgt wurde.&nbsp;<br />Für die einen Leser ist das Buch eine Lektion Geschichte.Für die anderen ein Stück Familiengeschichte. Oder eine Erinnerung daran, dass man die Hoffnung auch in schwierigen Zeiten nicht verlieren sollte. Viele der Leser werden vielleicht den einen oder anderen Bekannten wieder erkennen. Oder sich an die Erzählungen der Großeltern und Urgroßeltern erinnern.&nbsp;<br />Mehrere Landkarten und Zeichnungen wurden von Copony erstellt, um bildlich manche Details den Lesern näher zu bringen. Ebenfalls findet man im Buch eine Personentafel, um die Verwandtschaftsverhältnisse der im Buch erwähnten Personen zu ermöglichen. „Dem Himmel näher als der Heimat“ kann kostenlos auf Anfrage erhalten werden.&nbsp;<br />Das Buch erschien mit der Unterstützung des Departments für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Rumänischen Regierung durch das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien und das Demokratische Forum der Deutschen in Kronstadt.&nbsp;<br /><br />Elise Wilk<br /><br /><br />]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 10:05:00 +0000</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Mozartissimi</title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/mozartissimi/</link>
			<description>Sämtliche Sonaten für Violine und Klavier von W. A. Mozart, eingespielt von Bogdan Costache und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Sämtliche Sonaten für Violine und Klavier von W. A. Mozart, eingespielt von Bogdan Costache und Liliana Iacobescu<br /><br />Schon seit etlichen Jahren ist das Duo Bogdan Costache (Violine) und Liliana Iacobescu (Klavier) eine feste Größe im Musikleben Kronstadts, ist aber auch in vielen anderen Städten des Landes immer wieder erfolgreich aufgetreten. Erinnert seien die Leser der „Karpatenrundschau“ etwa an zwei Auftritte der bekannten Instrumentalisten – er jahrelang Erster Geiger der Kronstädter Philharmonie, nun freischaffend, bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben preisgekrönt, sie eine geschätzte Klavierbegleiterin, Hochschullehrkraft und Verfasserin musikhistorischer Veröffentlichungen – im Forumsfestsaal in Kronstadt (2020, 2022), mit deren musikalische Kostbarkeiten umfassendem Programm auch eine hörenswerte CD mit dem Titel „Emotions“ eingespielt wurde. Das gleiche Duo hat in den Jahren 2022 und 2023 im Casa-Mureşenilor-Museum in Kronstadt eine Konzertreihe mit sämtlichen Beethoven-Sonaten für Violine und Klavier bestritten, die vom musikliebenden Publikum ebenfalls dankbar aufgenommen wurde.<br />Ein weiteres beachtenswertes Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Bogdan Costache und Liliana Iacobescu ist eine „Mozartissimi“ betitelte Kassette mit vier CDs, die sämtliche Sonaten für Violine und Klavier von W. A. Mozart (ausgenommen die bis zum Alter von 17 Jahren entstandenen Kindheits- und Jugendwerke) umfasst. Die Aufnahmen für diese vier CDs kamen bereits in den Jahren 2021-2022 im großen Konzertsaal der Kronstädter Philharmonie zustande, doch erst im vorigen Jahr hat das Bukarester Plattenlabel „Eurostar“ die CD-Box „Mozartissimi“ produziert. Vorgestellt wurde sie bisher anlässlich mehrerer Konzerte, in Buşteni, Bârlad, Sinaia, Kronstadt und Odorhellen/Odorheiu Secuiesc. Weitere Präsentationskonzerte sollen noch in Craiova, Großwardein/Oradea, Sathmar und Bukarest folgen.<br />Jede der vier Mozartissimi-CDs enthält die Aufnahmen von je vier Sonaten, die in den Jahren 1777-1787 entstanden sind. Die Reihenfolge ist nicht chronologisch, sondern erklärt sich einerseits durch praktische Erwägungen (die Spieldauer jeder CD beträgt rund 70 Minuten), andererseits durch die Absicht, durch die Aneinanderreihung von Werken aus verschiedenen Schaffensperioden für Abwechslung und damit für ein gesteigertes Hörerlebnis zu sorgen.<br />Die CD-Box „Mozartissimi“ kann online bestellt werden. In Kronstadt ist sie auch in der Buchhandlung „Şt. O. Iosif“ (Klostergasse/Mureşenilor-Straße 14) zum Preis von Lei 199,- erhältlich. Jede Box enthält zusätzlich einen USB-Stick, der das Abspielen sämtlicher auf den vier CDs eingespielter Sonaten auf dem Laptop, dem PC oder dem CarPlay (in neueren Pkws, deren Autoradio nicht mehr mit einem CD-Player ausgestattet ist) ermöglicht.<br /><br />Wolfgang Wittstock<br /><br /><br />]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 10:03:00 +0000</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zwischen Dialekt, Tracht und Hochzeit</title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/zwischen-dialekt-tracht-und-hochzeit/</link>
			<description>Traditionen der Siebenbürger Sachsen im Wandel </description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />Traditionen der Siebenbürger Sachsen im Wandel&nbsp;<br /><br />„Geade Morjen“ sagt die Großmutter am Telefon. Die Enkelin antwortet auf Hochdeutsch – auch wenn sie alles versteht, kann sie den Dialekt kaum noch sprechen. Und trotzdem ist da etwas, das verbindet: der Klang, die Erinnerung, ein Stück Herkunft.<br />Die Geschichte der Siebenbürger Sachsen ist eine Geschichte von Bewegung. Über Jahrhunderte hinweg lebte diese Gemeinschaft in Siebenbürgen, entwickelte eigene Bräuche, einen unverwechselbaren Dialekt und eine Kultur, die zwischen verschiedenen politischen Systemen und Kulturen bestehen konnte. Heute jedoch lebt der größte Teil der Siebenbürger Sachsen nicht mehr in Rumänien, sondern in Deutschland und anderen deutschsprachigen Ländern. Was passiert mit Traditionen, wenn die Gemeinschaft, in der sie entstanden sind, ihren geografischen Kern verlässt?<br />Mit dieser Frage habe ich mich in meiner Bachelorarbeit an der Transilvania-Universität Kronstadt beschäftigt. Die Arbeit mit dem Titel „Traditionen der Siebenbürger Sachsen im Wandel: Eine Untersuchung von Hochzeit, Dialekt und Tracht in Gemeinschaft und Diaspora“ basiert auf einer Online-Umfrage unter Menschen mit siebenbürgisch-sächsischem Hintergrund, die selbst nicht mehr in Siebenbürgen aufgewachsen sind. Bei den Fragen ging es darum, wie diese Generation ihre kulturellen Traditionen wahrnimmt und weiterlebt.&nbsp;<br /><br />Über 300 Leute wurden befragt&nbsp;<br />
Das Thema hat mich interessiert, da es bisher wenig Forschung in diese Richtung (vor allem zur jüngeren Generation in der Diaspora) gibt und mir – als Teil der Zielgruppe der Befragung – die Ergebnisse einige Fragen zum Überleben der Traditionen unserer Vorfahren beantworten sollten.&nbsp;<br />Für die Studie wurden fast 300 Leute innerhalb von 22 Stunden befragt. Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass traditionelle Elemente weiterhin eine Rolle spielen – wenn auch in veränderter Form. Dies stellte eine positive Überraschung dar, vor allem, weil meine Vermutungen zu einer starken Abnahme der Relevanz siebenbürgisch-sächsischer Traditionen nicht bestätigt wurden, sondern sich gezeigt hat, dass sie anders als früher, jedoch mit viel Herzblut umgesetzt werden.<br />
Eine Generation zwischen zwei Welten<br />
In den sächsischen Dörfern war Tradition kein besonderes Ereignis. Sie war Alltag. Der Dialekt wurde selbstverständlich gesprochen – auf der Straße, in der Familie, beim Arbeiten auf dem Feld. Die Tracht gehörte zum Alltag, in bestimmten Formen aber auch zu besonderen Anlässen genauso selbstverständlich dazu wie das Glockenläuten am Sonntag. Und Hochzeiten waren keine privaten Feiern, sondern Dorffeste, an denen oft mehrere hundert Menschen über mehrere Tage teilnahmen. 
Heute ist vieles anders.<br />
Die meisten Nachkommen der Siebenbürger Sachsen sind heute außerhalb Siebenbürgens aufgewachsen. Für sie sind viele Traditionen nicht mehr selbstverständlich, vor allem auch dadurch, dass die siebenbürgische Dorfstruktur in der Diaspora nicht gegeben ist. Der Dialekt wird oft noch verstanden, aber nur selten aktiv gesprochen.Die Tracht liegt in einem Koffer auf dem Dachboden einer Tante und wird zu besonderen Anlässen getragen – etwa bei Heimattreffen oder Festzügen in Dinkelsbühl. Hochzeiten finden natürlich weiterhin statt, doch traditionelle Elemente werden oft nur teilweise übernommen. Und trotzdem verschwinden diese Traditionen nicht. Viele junge Menschen entdecken sie gerade neu.&nbsp;<br />
Für viele ist der Dialekt noch wichtig&nbsp;<br />
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass der Dialekt zwar von mehr als der Hälfte der Befragten überhaupt nicht mehr gesprochen werden kann, jedoch für mehr als 82% aller Teilnehmenden sehr wichtig oder wichtig ist. Damit wird deutlich, dass der siebenbürgisch-sächsische Dialekt – unabhängig davon, ob er aktiv gesprochen wird oder nicht – für viele als identitätsstiftendes Element wahrgenommen wird. Auch die Tracht überrascht: 84,4% aller Teilnehmenden trug sie bereits mindestens einmal, einige auch zur eigenen Hochzeit – und sie hat, wie den Antworten zu entnehmen ist, weiterhin die Funktion des Ausdrucks kultureller Identität und der Familientradition. Bei Hochzeiten wurden vor allem traditionelles Essen und Musik eingebracht und für zukünftige Hochzeiten gaben die unverheirateten Teilnehmenden der Befragung an, ebenfalls die Elemente einbringen zu wollen, welche Gemeinschaft und Atmosphäre verbinden. Heute handelt es sich um eine bewusste Entscheidung, die eigenen Wurzeln im Leben in der Diaspora einzubinden. Das zeigt sich auch in den Antworten zur eigenen Identität. Viele Befragte beschreiben das Siebenbürgisch-Sächsisch-Sein mit Begriffen wie „Stolz“, „Ehre“, oder „etwas Besonderes“. Neben Hochzeit, Dialekt und Tracht wurden besonders häufig traditionelles Essen und Musik genannt, die den Teilnehmenden persönlich wichtig sind. Gerade diese scheinbar einfachen Dinge – gemeinsames Kochen, Feiern, Singen – spielen für viele eine größere Rolle als formelle Traditionen. Eine der Befragten formuliert es so: „Siebenbürger Sächsin zu sein, bedeutet für mich, Teil einer besonderen Geschichte zu sein und diese weiterzuführen. Es verbindet mich mit meiner Familie und Freunden, unsere Tradition und Herkunft darf nicht in Vergessenheit geraten und dafür möchte ich mich als Teil dieser Gemeinschaft einsetzen. Ich fühle mich durch Bräuche, Feste und den jährlichen Urlaub in Siebenbürgen sehr damit verbunden, auch wenn ich dort nicht geboren wurde. Es gibt mir ein Gefühl von Zugehörigkeit und Identität.“<br />
Gemeinschaft ohne Ort, Identität als Entscheidung&nbsp;<br />
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Gemeinschaft. Während diese früher im Dorf organisiert war, entstehen heute neue Formen von Gemeinschaft: Vereine, Heimattreffen, kulturelle Veranstaltungen oder Familiennetzwerke. Dort wird Tracht getragen, Dialekt gesprochen, musiziert, getanzt und gefeiert. Traditionen werden nicht mehr im Dorfalltag weitergegeben, sondern durch Begegnungen.<br />Ein unerwartetes Ergebnis der Umfrage war, wie stark diese neuen Gemeinschaftsformen das Zugehörigkeitsgefühl prägen. Für viele Befragte ist nicht mehr der Ort entscheidend, sondern das gemeinsame Erleben von Tradition. Durch Tanzgruppen, Musikvereine und Jugendgruppen wird dies auch außerhalb Siebenbürgens gesichert.<br />Während Traditionen früher Teil des alltäglichen Lebens waren, sind sie heute oft eine bewusste Entscheidung. Wer den Dialekt spricht, tut das aus Verbundenheit zur Familie. Wer eine Tracht trägt, zeigt damit mehr als nur Kleidung – es ist ein Zeichen der Zugehörigkeit. Und wer bei einer Hochzeit siebenbürgisch-sächsische Bräuche einbaut, knüpft bewusst an eine Geschichte an, die mehrere Generationen umfasst.<br />
Zwischen Vergangenheit und Zukunft<br />
Die Frage, wie lange Traditionen bestehen bleiben, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Sicher ist jedoch: Sie verändern sich. Die siebenbürgisch-sächsische Kultur ist immer aus Wandel entstanden – durch Migration, durch neue Lebensumstände, durch Begegnungen mit anderen Kulturen. Auch heute setzt sich dieser Prozess fort. Vielleicht liegt gerade darin eine Stärke. Denn solange jemand noch versteht, was „Geade Morjen“ bedeutet, solange irgendwo eine Tracht aus dem Koffer geholt wird und solange bei einer Hochzeit alte Bräuche wieder auftauchen, bleibt ein Teil dieser Geschichte lebendig. Nicht mehr als selbstverständlich gelebter Alltag – aber als bewusst bewahrte Erinnerung.
Bernice Krech-Lițoiu


 
<span style="font-family:&quot;Times New Roman&quot;,serif">Jugendtanzgruppe Böblingen beim Kronenfest.&nbsp;Foto: Annerose Zultner</span>
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			<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 10:01:00 +0000</pubDate>
			
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			<title>Zwischen Tradition und Trend</title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/zwischen-tradition-und-trend/</link>
			<description>Wie siebenbürgische Wurzeln Instagram erobern</description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />Wie siebenbürgische Wurzeln Instagram erobern<br /><br />Das Messer klopft rhythmisch auf das Holzbrett. Zwei Zwiebeln, einige Zehen Knoblauch. Hackfleisch und eingelegte Krautblätter liegen daneben bereit, ein Topf dampft leise auf dem Herd. „Probieren geht über Studieren“, sagt Oma Anna mit leicht rollendem „r“ und lacht, als wäre das die einfachste Wahrheit auf der Welt.<br />Sie ist 81 Jahre alt und hat ihr Leben lang gekocht – aus dem Kopf, ganz ohne Waage und ohne Eile. Wo früher höchstens die Kinder oder Enkelkinder zugeschaut haben, tun es heute tausende Menschen auf Instagram.<br /><br />Vom Küchentisch ins Internet<br /><br />Wenn Oma Anna Gemüse schneidet oder in der Suppe rührt, läuft oft eine Handykamera mit. Ihre Enkelin Stefanie Hartmann hat den Account zeit.mit.oma ins Leben gerufen und teilt dort die kurzen und dennoch inhaltsreichen Videos mit ihrer Oma, die den Großteil ihres Lebens in Siebenbürgen verbracht hat. Fast 100.000 Menschen folgen inzwischen dem Alltag einer Frau, die eigentlich nur das tut, was sie immer getan hat: kochen, gärtnern, draußen sein.&nbsp;<br />Die 81-Jährige wurde in Tobsdorf geboren, etwa 14 Kilometer von Mediasch. Nach ihrer Hochzeit zog sie nach Waldhütten. Heute lebt sie – wie die meisten Siebenbürger Sachsen – in Deutschland. Doch vieles, was sie aus ihrem früheren Leben mitgebracht hat, ist geblieben: der Geschmack von Salatsuppe, der Duft von Hanklich, die Gewohnheit, jeden Tag einen langen Spaziergang zu machen und im Garten zu arbeiten. Und nun gibt es das alles auch auf Video. In den Videos kocht Oma Anna Gerichte wie Grießklößchensuppe, Paprikasch oder Palukes. Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt ein Beitrag über das Einlegen von Sauerkraut. Süßspeisen dürfen ebenfalls nicht fehlen – etwa Grießkoch oder Vogelmilch. Manchmal probiert sie auch Neues aus. So kocht sie einmal Krautwickel direkt in der Suppe mit – und es ist ein Erfolg.
„Über unsere Videos habe ich eigentlich gar nicht so viel nachgedacht“, antwortet sie auf die Frage nach ihrem Motto für den Account. „Es sind ja einfache Rezepte, die eigentlich jeder kochen kann.“ Gerade diese Einfachheit spricht viele Zuschauer an. In einer Zeit, in der traditionelle Ernährung wieder mehr Wert bekommt, interessieren sich viele Menschen für Gerichte, mit denen Familien über Generationen hinweg satt geworden sind – ohne Zusatzstoffe und mit wenig Industriezucker. Oma Anna kocht ohne genaue Mengenangaben, sie verlässt sich auf Erfahrung und Gefühl. „Man darf sich ruhig an Rezepte herantasten und auch nach Gefühl kochen“, sagt sie. „Man tut das rein, man tut jenes rein. Dann probiert man: braucht es noch Salz, braucht es noch Essig?“&nbsp;<br /><br />Zwischen Gartenbeet und Erinnerungen<br /><br />Neben der Küche taucht in vielen Videos auch ihr Garten auf. Dort bewegt sie sich mit derselben Ruhe wie am Herd. Die Beete, die Tomatenpflanzen, die Kompostkammer – alles hat seinen Platz und wird genutzt.<br />Sieben Jahre lang arbeitete Oma Anna in einem Gewächshaus in Elisabethstadt. Viel von dem, was sie dort gelernt hat, wendet sie noch heute an. In einem Video zeigt sie, wie sie eine Kompostkammer anlegt – ganz ohne Beet und ohne gekauften Dünger. Auch Eierschalen und Bananenschalen kommen in ihrem Garten zum Einsatz.<br />Manchmal entstehen auch Diskussionen in den Kommentaren. Zum Beispiel, wenn die 81-Jährige erzählt, dass sie im Herbst den Boden umgräbt – so, wie sie es in Siebenbürgen gelernt hat. Einige Zuschauer schreiben, dass man das heute nicht mehr machen müsse. Oma Anna erklärt, wieso sie es trotzdem tut – und die Pflanzen wachsen augenscheinlich auch so weiter.<br />Für sie selbst ist Gartenarbeit nichts Schweres. „Für mich ist das, was im Garten zu tun ist, keine Arbeit“, sagt sie. „Ich bin zu jeder Jahreszeit gerne draußen“. Das ist auch deswegen so, weil sie schon als Kind mit der Arbeit im Weinberg und auf dem Hof vertraut gemacht wurde.<br /><br />In manchen Videos spricht Oma Anna siebenbürgisch-sächsisch. Für einige Zuschauer klingt der Dialekt vertraut und wird verstanden, für andere ist er neu. Unter einem der Beiträge schreibt eine Frau: „Ich verstehe alles. Das macht mich richtig sentimental. Das klingt nach meiner Kindheit.“ Vielleicht ist es genau das, was diese Videos besonders macht. Sie zeigen nicht nur Rezepte oder Gartentipps – sie zeigen Erinnerungen.&nbsp;
Ein neues Leben in Rumänien planen
So wie zeit.mit.oma gibt es auch weitere Menschen, die ihre siebenbürgischen Wurzeln in den sozialen Medien teilen.&nbsp;Ein Beispiel ist der Instagram-Account glow.with.bille, hinter welchem Sybille Rausch steht. Die 38-Jährige wuchs in Deutschland auf, als Tochter siebenbürgisch-sächsischer Eltern. Ihr Mann wurde noch in Mediasch geboren und spricht neben deutsch auch rumänisch. Gemeinsam mit ihren zwei Kindern hat die Familie vor, nach Rumänien auszuwandern.&nbsp;<br />Für 2026 ist geplant, ein Haus am Stadtrand von Hermannstadt zu bauen, das Grundstück dafür haben sie bereits gekauft. Auf Instagram erzählt Sybille von den Vorbereitungen. Sie zeigt, wie sie Rumänisch lernt, traditionelle Gerichte kocht oder nimmt ihre Zuschauer bei Besuchen in Rumänien mit.&nbsp;<br />Immer wieder bekommt sie Fragen zu ihrer Entscheidung. Viele drehen sich um Vorurteile zu Rumänien. Für sie selbst hat die Entscheidung vor allem mit Lebensqualität zu tun – sie spricht von „mehr Leben und weniger Überleben“. Von der Natur vor der Haustür, vom schnellen Internet und Städten, die modern sind, ohne hektisch zu wirken und nah am komplett anders aussehenden Landleben gelegen sind. Seit einigen Jahren, sagt Sybille, fühlt sich jeder Aufenthalt in Rumänien ein bisschen so an, „als würde das Land sie rufen“. Die Menschen, die Mentalität, die Mischung aus Tradition und Gegenwart. „Für uns ist die Entscheidung gar nicht schwer“, erklärt sie. „Wir fühlen einfach, dass es richtig ist.“
Alltag in Kronstadt
Auch der Instagram-Account vor.lauter.freude zeigt ein Leben zwischen diesen zwei Welten. Seit rund zwei Jahren berichtet dort eine deutsche Familie aus ihrem Alltag in Kronstadt. Die zweifache Mutter teilt vor allem in der Story-Funktion kleine Momente, meist mit ihren Kindern: Ausflüge in der Natur, Tage im Kindergarten, die ersten rumänischen Wörter.&nbsp;<br />Dabei zeigt sie immer wieder auch die Vorteile des Lebens als Deutsche in Rumänien auf: Einkaufen wie gewohnt bei dm, deutsche Woche bei Lidl mit Weißwurst und süßem Senf sowie deutschsprachige Angebote für Kinder sind nur einige davon. Auch kommt die einzigartige Natur Siebenbürgens in den Videos durch. So begeistern Storchennester, canyon-artige rote Felsen und Bären auf der Fogarascher Hochstraße die Follower.&nbsp;<br />„Ja, wir sind freiwillig nach Rumänien gezogen“, antwortet auch sie auf Fragen zum Land selbst. Ihr Mann habe hier in dem Werk der Firma, für die er arbeitet, eine leitende Position in Kronstadt übernommen und dadurch der Umzug (auf Zeit). „Ja, uns gefällt es sehr gut hier! Ich bin selbst überrascht, wie gut es uns gefällt“, erklärt sie weiter.<br />Die rumänische Kultur kommt ebenfalls nicht zu kurz in den Videos: Marktbesuche mit buntem Obst und Gemüse, Besuche in traditionellen Restaurants und Feste wie „Junii Brașovului“ sind auch auf dem Account zu finden.<br />Für die Zuschauerschaft öffnen solche Videos ein Fenster; sie zeigen, wie ein Alltag in Rumänien aussehen kann – jenseits von Klischees.
Tradition findet ihren Platz im digitalen Raum
Viele Nachkommen der Siebenbürger Sachsen sind heute in Deutschland aufgewachsen. Doch eine Verbindung zu Siebenbürgen bleibt oft bestehen. Bei einigen zeigt sie sich in großen Lebensentscheidungen – in einem Hausbau, einem neuen Leben zwischen zwei Ländern. Manchmal aber auch nur in kleinen Dingen: im Geschmack eines Gerichts, in einem Dialekt, der plötzlich wieder vertraut klingt. Oder in Erinnerungen an eine Küche, in der jemand „Probieren geht über Studieren“ sagt.&nbsp;
Der digitale Raum ersetzt keine lebendige Kultur, aber er kann sie sichtbar machen. Gerade für jüngere Generationen, die keinen direkten Zugang mehr zu Großeltern oder Heimatvereinen haben, wird Instagram zu einem Mittel, in diese Welt einzutauchen – eine Welt, die sonst mehr und mehr verloren gehen könnte. Die Frage ist längst nicht mehr, ob siebenbürgische Tradition in die Gegenwart passt – sondern wie selbstverständlich sie dort bereits angekommen ist. Diese Videos und Beiträge auf Instagram machen sichtbar, was sonst leicht verloren gehen könnte: Wissen, Gewohnheiten, Stimmen.
Und während Oma Anna am Herd steht und die Suppe abschmeckt, schaut irgendwo jemand auf sein Handy – vielleicht in Deutschland, vielleicht in Rumänien – und denkt für einen Moment an seine eigene Großmutter. Manchmal reicht genau das, um eine Brücke zwischen früher und heute zu schlagen.<br /><br /><br />Bernice Krech-Litoiu&nbsp;

Oma Anna mit Enkelin Stefanie: die Gesichter hinter dem Account zeit.mit.oma<br />Foto: privat&nbsp;<br /><br />]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 13:37:00 +0000</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Mäßiger Profit, satte Dividenden</title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/maessiger-profit-satte-dividenden/</link>
			<description>Trotz widriger Umstände positive Geschäftsbilanz: Vollversammlung des Landwirtschaftsvereins...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />Trotz widriger Umstände positive Geschäftsbilanz: Vollversammlung des Landwirtschaftsvereins „Heltia“ billigte Rechenschaftsbericht des Verwaltungsrates für das Jahr 2025<br /><br />Knapp über 400 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche – wer es genau wissen will: 406 ha, verteilt auf 20 an verschiedenen Orten gelegenen Parzellen - hat der Landwirtschaftsverein „Heltia“ mit dem Sitz in der stattlichen Burzenländer Gemeinde Heldsdorf (rum. Hălchiu) im Geschäftsjahr 2025 bewirtschaftet. Es handelt sich um Grund und Boden, der nach der Auflösung der kommunistischen Kollektivwirtschaften, der Restitution der verfügbaren Bodenflächen an die ehemaligen Eigentümer oder deren Erben sowie der Vereinsgründung im Jahr 1991, aufgrund des Gesetzes Nr. 36/1991 über Landwirtschaftsgesellschaften und andere Formen der Assoziierung in der Landwirtschaft, von mehr als 80 Personen dem Verein zur Bewirtschaftung übergeben wurde. In all den 35 Jahren, die seit der Vereinsgründung verstrichen sind, hat „Heltia“ jedes Mal positive Geschäftsbilanzen vorgelegt, was eindeutig für die fachliche Kompetenz jener Landwirtschaftsspezialisten spricht, denen die Vereinsmitglieder die Leitung der Vereinsgeschäfte anvertraut hatten und haben.<br />Auch im Jahr 2025 hat die Landwirtschaftsgesellschaft „Heltia“ in ihrer Bilanz wiederum schwarze Zahlen schreiben können. Diese erfreuliche Mitteilung konnten die Vereinsmitglieder anlässlich der Heltia-Jahreshauptversammlung zur Kenntnis nehmen, die am 21. Februar d.J. im Restaurant „Prânz şi pace” (Mittagessen und Frieden) in Heldsdorf abgehalten wurde - früher hieß diese Anfang Hintergasse/Laterală-Straße gelegene Gaststätte mit jetzt gutem Ruf „Floare de colţ” (Edelweiß).<br />Aus dem Rechenschaftsbericht, den der Vereinsvorsitzende Cosmin Sîrbu vorlegte, ging hervor, dass die im vorigen Jahr eingefahrene Ernte verhältnismäßig gut ausgefallen ist - trotz widriger Umstände und Bedingungen, womit einerseits das zeitweilig ungünstige Wetter, andererseits aber auch die Verhältnisse auf dem Markt für landwirtschaftliche Produkte gemeint sind. Hauptkultur war auch im vorigen Jahr der Weizen, der auf einem Drittel der verfügbaren Bodenfläche (138 ha) angebaut worden war. Eingefahren wurden im Durchschnitt über 7,9 Tonnen/Hektar, was für Burzenländer Verhältnisse ein beachtliches und auch wesentlich besseres Ergebnis als 2024 darstellt. Angebaut wurden im Landwirtschaftsjahr 2025 außerdem – in der Reihenfolge der Größe der bearbeiteten Bodenflächen – Kartoffeln (auf 81 ha), Raps (69 ha), Mais (38 ha), Sonnenblumen (35 ha), Gerste (23 ha) und Zuckerrüben (22 ha). Außer beim Weizen wurden auch beim Raps (mehr als 4,37 t/ha), beim Körnermais (rund 8 t/ha) und bei den Sonnenblumen (3,37 t/ha) bessere Ernten als 2024 erzielt, während bei den Kartoffeln (19,16 t/ha) und bei den Zuckerrüben (über 33 t/ha) die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr schwächer ausgefallen sind. Beim Vermarkten der Ernte baut „Heltia“ auf stabile Kontakte zu Geschäftspartnern wie Intersnack România, TransCat, EAST Agro oder Mercali.<br />Die geernteten Zuckerrüben wurde an die Zuckerfabrik im rund 200 km entfernten Luduş (Landkreis Mureş) geliefert, weil die Zuckerfabrik im nahen Brenndorf/Bod schon seit Jahren stillgelegt ist. Wie anlässlich der diesjährigen Vollversammlung zu erfahren war, wird „Heltia“ für dieses Jahr auf den Anbau von Zuckerrüben verzichten. Das ist wohl das Ende einer langjährigen Burzenländer Landwirtschafts-Tradition – die Zuckerfabrik in Brenndorf wurde 1889, vor 137 Jahren, in Betrieb genommen.<br />Dem den Vereinsmitgliedern vorgelegten Rechenschaftsbericht war zu entnehmen, dass „Heltia“ im Jahr 2025 Gesamteinnahmen von rund 5,26 Millionen Lei (davon etwa 980.000 Lei Subventionen aus nationalen und EU-Fonds) bei Gesamtausgaben von über 4,95 Millionen Lei verbucht hat. Nach Besteuerung des Profits verbleibt in der Vereinskasse ein Reingewinn von 269.380 Lei (rund 52.800 Euro). Die Vollversammlung billigte einstimmig den Vorschlag des Verwaltungsrates, den Vereinsmitgliedern Dividenden im Gesamtwert von 673.565 Lei auszuschütten. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Dividenden zu einem großen Teil aus in besseren Jahren konstituierten Reserven ausbezahlt werden.<br />Trotz schwieriger Zeiten konnte der Heltia-Verein es sich im Vorjahr leisten, seinen ansehnlichen Maschinenpark durch Ankauf zweier Bewässerungs-Schlauchtrommeln samt Motorpumpe und eines Kartoffelhackers für das Anhäufeln der Kartoffelpflanzen zu erweitern. Im laufenden Geschäftsjahr soll eine automatische Kartoffelsortiermaschine mit Klumpentrenner (geschätzter Kostenpunkt: 25.000 €) angeschafft werden. Diese Investition soll sich in drei Jahren amortisieren, durch die&nbsp; Reduzierung des Einsatzes von Tagelöhnern, für die im Jahr 2025 bei den Ausgaben rund 15.000 € verbucht wurden.<br />Auf der Tagesordnung der Heltia-Vollversammlung stand auch die Novellierung der eigenen Vereinssatzung. Gegenwärtig müssen, damit die Vollversammlung gültige Beschlüsse fassen kann, mindestens zwei Drittel der Vereinsmitglieder anwesend sein. Für den Fall, dass dieses Quorum nicht existiert, soll in Zukunft binnen 30 Tagen eine zweite Sitzung einberufen werden, wo Beschlüsse mit einfacher Mehrheit verabschieden werden können. Ein zweiter Vorschlag lautete, dass Vereinsmitglieder aus dem Verein ausgeschlossen werden, falls sie fünf Jahre in Folge den Jahres-Hauptversammlungen unentschuldigt ferngeblieben sind. Beide Beschlussvorlagen wurden einstimmig verabschiedet.<br />Im vorigen Jahr hatte die Heltia-Vollversammlung den Beschluss gefasst, eine Handelsgesellschaft (GmbH) zu gründen, deren alleiniger Gesellschafter „Heltia“ sein sollte. Zu erfahren war nun, dass die Umsetzung dieses Beschlusses nicht mehr nötig ist, da es inzwischen auch den aufgrund des Gesetzes Nr. 36/1991 gegründeten Landwirtschaftsgesellschaften möglich ist, EU-Gelder für Investitionen zu beantragen.<br /><br />Wolfgang Wittstock<br /><br /><br /><br />]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 13:36:00 +0000</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Klara Stöcker</title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/klara-stoecker-1/</link>
			<description>Oberin des Diakonissenmutterhauses „Gottessegen“ zwischen 1933 und 1950 (II) </description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />Kriegsende und Auflösung der Diakonie in Rumänien<br /><br />Schon in den ersten Monaten des Jahres 1944 blickt Klara Stöcker in großer Sorge auf die Entwicklung des Krieges, mit dessen ruhmreichen Ende sie entgegen aller Beteuerungen der Behörden nicht rechnet.&nbsp;<br />Am 23. August 1944 marschieren sowjetische Truppen ein, über Nacht löst sich die bisherige Ordnung auf. Drei Tage lang wird Bukarest bombardiert – doch das Mutterhaus bleibt wie durch ein Wunder unversehrt. Die Patienten fliehen, die reichsdeutschen Schwestern werden interniert, allerdings im Mutterhaus, so dass die Arbeit eingeschränkt fortgesetzt werden kann. Die Leitung übernimmt der Kronstädter Stadtpfarrer Dr. Möckel, bis auch er verhaftet wird.<br />1945 folgt die Enteignung. Sowohl russische als auch rumänische Behörden beanspruchen die Gebäude, die Sanatorien werden geplündert. Die Schwestern müssen ihre Tracht ablegen, werden auf staatliche Krankenhäuser verteilt oder arbeiten in der privaten Pflege. Vielen gelingt die Flucht nach Deutschland, eine wird nach Russland deportiert und kommt erst Jahre später wieder zurück.<br />Einige reichsdeutsche Schwestern halten vorerst die Stellung in Rumänien: Neben Klara Stöcker sind das Thilte Steinke, Margarete Schaal, Ida Sauter, Klara Dittus und Ottilie Jassmann. In einem Brief von 1946 an den mittlerweile internierten Wehrmachtspfarrer Hans Christpoh von Hase schreibt Klara: „Wie unsere Zukunft sich gestaltet, ist uns noch unklar. Eins habe ich gelernt: mich führen zu lassen. (…) Sie würden unser Haus nicht wiedererkennen – so durcheinander und schmutzig ist es. Und doch geht es uns noch gut. Die zehn Betten, die man uns gelassen hat, werden nicht leer. So halten wir uns über Wasser und können noch so vielen Menschen helfen. Das Herrlichste ist, dass man die Wirklichkeit Gottes so erleben darf.“<br /><br />Doch 1950 ist endgültig Schluss. Klara Stöcker verlässt im November Rumänien. Zurück bleiben nur wenige Schwestern mit rumänischer Staatsangehörigkeit – unter ihnen Therese und Katharina Baldinger, Elise Adami, Olga Roth, Elisabeth Scheiber in Kronstadt und Johanna Adami, die in Bukarest weiter in einem Krankenhaus arbeitet. Dass alles ganz zu Ende sein soll, kann Klara Stöcker noch nicht glauben: „Wir scheiden in der Hoffnung auf ein Wiedersehen und einen Neuanfang nach seiner Verheißung. 54 Jahre hat das Werk hier in Segen arbeiten dürfen; nach Gottes Ratschluss muss die Arbeit nun ruhen.“
Zurück in Deutschland&nbsp;<br />
Bereits 1946 hatte Klara Stöcker geschrieben: „Wo mich Gott hinstellen wird, da will ich dienen mit den Gaben, die er mir geschenkt hat.“ Dass Klara Stöckers Lebensweg nach der Rückkehr nach Deutschland bekannt ist, ist dem pensionierten Pfarrer Gert Pfeiffer zu verdanken. Er recherchierte 2005 ihre beruflichen Stationen und sprach mit Menschen, die sie noch persönlich gekannt hatten.<br />Klara Stöcker hat Glück: Im August 1951 tritt sie in Berlin die Nachfolge der Oberin des Lazarus-Diakonissenhauses an. Zuvor hatte sie in Stuttgart eine Einführung in die Arbeit der Kaiserswerther Mutterhäuser erhalten. Doch schon nach anderthalb Jahren legt sie das Amt nieder. Vermutlich konnte sie sich nach der freien, herzlichen und&nbsp; von Vertrauen geprägten Arbeit in Rumänien nur schwer an die strengen Strukturen der Berliner Einrichtung gewöhnen. In Berlin begegnet Klara Stöcker einer alten Weggefährtin aus der Malche-Zeit wieder, Gerda Röske. Diese vermittelt Klara Stöcker eine neue Stelle als Leiterin der Evangelischen Stiftung Gotteshütte in Kleinenbremen ab 1. Oktober 1953.&nbsp;<br />
Die Jahre der Entbehrung und Verantwortung haben Spuren hinterlassen. Klara Stöckers Herzkrankheit verschlimmert sich, Sehkraft und Gehör lassen nach. Am 30. September 1959 muss sie in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Zwischen Klara Stöcker und der etwas jüngeren Gerda Röske ist eine tiefe Freundschaft entstanden. Die beiden Frauen ziehen in eine gemeinsame Wohnung in Düsseldorf.&nbsp; Klara Stöckers Verbundenheit mit der Diakonie in Rumänien hat nicht nachgelassen. Sie schreibt Artikel über die Geschichte des Diakonissenhauses „Gottessegen“ in Bukarest, Constanta und Kronstadt, ohne die das meiste aus der Geschichte der Diakonissen in Rumänien vergessen wäre. Klara Stöcker ist immer mehr auf Pflege angewiesen. Gerda Röske berichtet, dass das Zusammenleben aufgrund gemeinsamer Interessen, durch gegenseitige Zuwendung und Dankbarkeit sehr schön gewesen sei. Sie begleitet Klara Stöcker bis zu ihrem Tod im Oktober 1995. „Der Traum, einmal wieder nach Rumänien zu kommen, die erfolgreiche Arbeit nach schlimmen Zeiten wieder wachsen zu sehen und dort in Dankbarkeit sein Leben zu beenden, ging nicht in Erfüllung“, berichtete sie später.<br />Klara Stöcker wird auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf beigesetzt.<br /><br />Rückblick&nbsp;<br />
1998 reist Gerda Röske nach Rumänien, wo sie einige Jahre zuvor schon einmal mit Klara Stöcker gewesen war. Auf dem Obervorstädter Friedhof in Kronstadt steht sie - jetzt allein - am Grab der ersten Oberin, Ida Tänzer. In einem Brief an Kläre Schönrock, die damalige Oberin der Malche, schreibt sie: „Seit ich voriges Jahr noch einmal und allein auf diesem Friedhof war, stand mir immer die leere Hälfte des Sockels vor Augen. Für wen war der Platz gelassen? Es wurde mir gewiss: Schwester Klara hatte gehofft, hier einmal beigesetzt zu werden. Sie selbst hatte wohl das weiße Marmorkreuz für ihre Vorgängerin bestellt!“<br />
Gerda Röske sorgt dafür, dass die Inschrift auf diesem Kreuz mit dem Namen Klara Stöckers ergänzt wird. „Schwester Klara ist nun da, wo sie zuhause war auf der Erde, wo sie es vorbereitet hatte. Der Marmor leuchtet, und es verpflichtet beinahe: Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“<br /><br />Klara Ströckers Vermächtnis&nbsp;<br />
„Wir Schwestern, die wir unsere Diakonissenarbeit in Rumänien aufgeben mussten, haben damit etwas verloren, das uns Heimat im vollen Sinne dieses Wortes bedeutete. Wir denken wehmütig an die reichen Jahre zurück, in denen uns der Dienst der Liebe an Volks- und Glaubensgenossen – und darüber hinaus an allen Menschen – möglich war. Unsere Arbeit auf Vorposten war echte missionarische Tätigkeit. Gott hat den Schlussstrich gezogen und uns alles aus der Hand genommen.“ Mit diesen Worten fasst Klara Stöcker ihr Lebenswerk zusammen. Sie hat erlebt, wie Glaube und Hingabe ein Werk aufbauen – und wie politische Gewalt es zerstören kann. Und doch bleibt ihr Blick hoffnungsvoll: „Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“<br /><br />Anne Grupp&nbsp;<br />
(Stuttgart)&nbsp;
Im Foto: Diakonissenhaus Gottessegen, Bukarest&nbsp;]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 13:34:00 +0000</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Teil der Redaktion der Karpatenrundschau</title>
			<link>https://forumkronstadt.ro/karpatenrundschau-artikel/artikel/teil-der-redaktion-der-karpatenrundschau/</link>
			<description>Die neue Redakteurin der Karpatenrundschau stellt sich vor </description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />Die neue Redakteurin der Karpatenrundschau stellt sich vor&nbsp;<br /><br />Seit Kurzem bin ich Teil der Redaktion der Karpatenrundschau – und freue mich sehr, mich hier vorstellen zu dürfen.&nbsp;<br />Mein Name ist Bernice Krech-Lițoiu, ich bin 24 Jahre alt und im Westerwald (Deutschland) aufgewachsen.&nbsp;<br />Zunächst dazu, wie ich nach Rumänien gekommen bin: Dadurch, dass meine Eltern und alle unsere Vorfahren Siebenbürger Sachsen (aus Hamlesch und Hermannstadt) sind, gab es schon immer eine gewisse Verbindung, auch wenn ich, wie viele meiner Generation, in Deutschland geboren und aufgewachsen bin. Trotzdem haben meine Eltern uns die Region, in der sie aufgewachsen sind, bei einigen Besuchen gezeigt und außerdem war ich im Teenageralter mit einer christlichen Organisation (BMO) zu mehreren Hilfseinsätzen in der Moldau-Region unterwegs. Dabei habe ich mich sehr in das Land und die Kultur verliebt. Durch die Herzlichkeit, das Essen und viele Details, die mich an meine Familie – besonders meine Großeltern – erinnern, fühle ich mich hier bis heute mehr zu Hause als in Deutschland. In meinem Umfeld wurde das schnell als „Rumänien-Virus“ betitelt.<br />So kam es dann, dass ich nach dem Abitur ein größeres Abenteuer in Rumänien gewagt habe: einen Internationen Jugendfreiwilligendienst bei einem christlichen Freizeit- und Bibelschulzentrum von den Fackelträgern (Purtătorii de Făclie) in Rosenau. In den zehn Monaten dort habe ich die Region in und um Kronstadt kennengelernt und auch angefangen, rumänisch zu lernen. Ich glaube nicht an Zufälle und würde den Wunsch, nach Rumänien zu kommen, auch als Gottes Leitung bezeichnen, denn gegen Ende dieser Zeit habe ich meinen (jetzt) Mann kennengelernt und es wurde klar, dass Rumänien für mich nicht nur ein kurzer Zwischenstopp ist. Nach etwas mehr als einem Jahr Fernbeziehung (ich in Deutschland, er in Runmänien) und einigen bürokratischen Angelegenheiten zur Einschreibung an der Transilvania-Universität in Kronstadt und zum Umzug konnte ich im September 2021 endgültig nach Rumänien ziehen.&nbsp;<br />Seither sind dreieinhalb Jahre vergangen, ich habe meine rumänische Staatsbürgerschaft formalisiert, wir haben geheiratet und diesen Februar habe ich mein Studium (Anglistik und Germanistik an der philologischen Fakultät der Transilvania-Universität Kronstadt) abgeschlossen. Dabei habe ich meine Bachelorarbeit über den Wandel der siebenbürgisch-sächsischen Traditionen (vor allem Hochzeit, Dialekt und Tracht) in Gemeinschaft und Diaspora geschrieben, ein Thema, das mich schon länger beschäftigt hat. Durch dieses Studium habe ich auch den Kontakt zur Karpatenrundschau bekommen, da eine Dozentin wusste, dass in der Redaktion eine Stelle offen ist. Im Gespräch mit meinen Eltern ist dann aufgefallen, dass meine Großeltern früher schon den Vorgänger der ADZ abonniert hatten, was wieder eine schöne Verbindung darstellte.<br />Ich freue mich nun sehr über die Möglichkeit, in Zukunft auf meiner Muttersprache einen Beitrag für die deutschsprachige Minderheit in und außerhalb Rumäniens leisten zu dürfen und dabei auf regionale Themen und Geschehnisse einzugehen. Dafür wünsche ich mir, nah an den Menschen zu sein und auch über tiefgreifendere Themen zu schreiben. Mich interessieren vor allem Identität, Tradition und Wandel. Dazu gehören Kulturveranstaltungen und regionale Projekte, Glauben und Gemeinschaft, persönliche Lebensgeschichten und Rückkehrer, sowie neue Formen, siebenbürgisch-sächsische Kultur zeitgemäß sichtbar zu machen – darüber kann ich mir sehr gut vorstellen zu berichten. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, einen so kreativen Arbeitsplatz zu haben und bin gespannt, wie die Zukunft aussieht und wie sich meine journalistische Arbeit hier entwickeln wird.
Bernice Krech-Lițoiu<br /><br />]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 11:23:00 +0000</pubDate>
			
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