Bilanz und Ausblick
03.04.26
Mitgliederversammlung des Ortsforums fand statt
Am Montag, dem 23. März, trafen Forumsmitglieder und Sympathisanten im Festsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Kronstadt zur Mitgliederversammlung zusammen. Paul Binder, Vorsitzender des Ortsforums, zog Bilanz nach dem ersten vollständigen Amtsjahr des neuen Vorstands und gab zugleich einen Ausblick auf die Möglichkeiten der kommenden Monate.
Wie bisher wolle man weiterhin durch „selbstlosen Zusammenhalt und Pflege der deutschen Sprache” das Hauptziel des Forums verfolgen, und zwar den kontinuierlichen Ausbau der deutschen Gemeinschaft. „Die Arbeit, die wir hier im Forum tagtäglich durchführen, muss dazu führen, dass sich auch in 20 Jahren junge Menschen so sehr für ein deutsches Forum interessieren, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Vorsitzende werden wollen”, erklärte Binder. Obwohl sich der Vorsitzende über die Zusammenarbeit mit den beiden deutschen Schulen (Honteruskolleg und Schule Nr. 12), der Kirche (Bartholomäe und Honterusgemeinde), der Universität, dem Kulturzentrum, dem Wirtschaftsklub und weiteren Partnern zufrieden zeigte, möchte er durch Kulturprojekte und Offenheit des Forums verstärkt als verbindender Akteur wirken und die Institutionen näher zusammenbringen. Binder unterstrich zudem die gute Zusammenarbeit mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern.
2025, das Jahr der Fundamente
Des Weiteren betonte er, dass das Forum die administrativen Möglichkeiten - die finanziellen, personellen, materiellen und organisatorischen Ressourcen -, die ihm 2026 zur Verfügung stehen, bestmöglich nutzen werde. Das Jahr 2025 sei ein „Jahr der Fundamente“ gewesen, in dem eine umfassende Analyse und Aufarbeitung der organisatorischen Strukturen erfolgt sei. Zu den wichtigsten Änderungen zählen die Einführung eines Ablagesystems (online sowie offline), die die Überarbeitung des Abrechnungsprozesses für staatliche Mittel sowie die Verbesserung der institutionellen Kommunikation mit den übergeordneten Foren.
Rechnungslegung und Personalerweiterung
Geschäftsführer Uwe Leonhardt stellte die Rechnungslegung vor. Das Forum erhielt im Vorjahr über das Siebenbürgenforum mehr als 310.000 Lei aus Mitteln der rumänischen Regierung. Diese wurden für Verwaltungs- und Gehaltskosten sowie für Kulturprojekte, Publikationen und Investitionen verwendet. Hinzu kamen über 3.500 Lei aus Mitgliedsbeiträgen und kleine Spendenbeiträge. Aufgrund eines Abrechnungsfehlers müsse das Forum jedoch 7.000 Lei aus eigenen Mitteln begleichen. Man zeigte sich dennoch zufrieden, inzwischen einen klaren Arbeitsprozess für die Abrechnung der Gelder etabliert zu haben und die Unterlagen fristgerecht nach Hermannstadt übermittelt zu haben.
Die Arbeit vom vergangenen Jahr ermöglichte eine Erweiterung des Personals. So unterstützt die junge Absolventin der Bukarester Filmakademie, Ioana Neguț, das Forum in Teilzeit bei Abrechnungen. Sophia Neguț, Schülerin, hat zeitweilige die Rolle der Vorsitzenden des Jugendforums übernommen. Für die Kulturprojekte ist seit Mitte März die neue ifa-Kulturmanagerin Annika Rachor zuständig. Ihr Mandat läuft vorerst bis Ende August. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Transilvania-Universität unterstützt Raphael Gehann als Praktikantdas Forum. Weitere Praktikantenstellen werden derzeit mit Unterstützung der Germanistitk-Abteilung vorbereitet.
Investition in Gebäude
Die zahlreichen Projekte des DFDK haben die Mitglieder, Sympathisanten aber auch Gäste enger zusammengeführt. So etwa das Maisingen, bei dem auch hochrangige Ehrengäste die deutsche Gemeinschaft in Kronstadt feierten. Auch das traditionelle Forumsfest und die Oster- und Weihnachtsbasare des Handarbeitskreises sorgen Jahr für Jahr für gute Stimmung. Die Aktivitäten des Jugendforums haben neue Mitglieder angezogen, die sich unter anderem beim Bartholomäusfest oder beim Sachsentreffen in Zeiden engagierten. Darüber hinaus tragen die Deutsche Vortragsreihe, Konzerte, Lesungen, Workshops, eine Performance, ein Filmabend sowie thematische Veranstaltungen zur Erreichung der Ziele des Forums bei.
Als Neuerung wurde hervorgehoben, dass das Forum erstmals Mittel aus dem Verwaltungsbudget für die Instandhaltung des Gebäudes einsetzen konnte. So wurden unter anderem neue Türen eingebaut und der Flur renoviert. „Ein Erfolg, der künftig jährlich wiederholt werden soll“, erklärte Binder. Wie in den vergangenen Jahren wurde auch die Jugendblaskapelle unterstützt, etwa durch die Anschaffung von Musikinstrumenten und die Förderung eines Musikcamps. Matthias Roos, Leiter der Blaskapelle für Kinder und Jugendliche, betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit den deutschen Schulen, um mehr Schüler für die Blaskapelle zu gewinnen.
Transparenz bei der Vergabe der Ehrenbürgerschaft
Olivia Grigoriu, ehemalige Vorsitzende des Ortsforums Kronstadt und nun Stadträtin seitens der DFDK, berichtete über ihre Tätigkeit im Bürgermeisteramt. Dabei ging sie unter anderem auf ihre Arbeit als Delegierte des Stadtrates in den Verwaltungsräten der Honterusschule, der Schule Nr. 12 und dem ungarischsprachigen Layos-Kollegium ein.
Zudem thematisierte ihr Engagement im Rahmen der Stiftung für Historische Monumente in Kronstadt (Fundația Monumentelor Istorice Brașov). Sie äußerte sich kritisch zur mangelnden Transparenz bei der Bewertung sanierungsbedürftiger Gebäude. Als Beispiel nannte sie die ehemalige Klinik für Dermatologie, deren baufälliger Zustand ein öffentliches Risiko darstelle. Dennoch seien bislang keine ausreichenden Maßnahmen seitens der Verwaltung ergriffen worden. „Angeblich soll das Gebäude 2026 gesichert werden“, erklärte die Stadträtin.
Auch bei der Vergabe des Ehrenbürgertitels sprach sich Grigoriu für mehr Transparenz aus. Sie forderte, dass Vorschläge für auszuzeichnende Personen künftig vor der Abstimmung veröffentlicht werden, sodass Bürger, Institutionen und Vereine die Möglichkeit erhalten, Stellung zu nehmen. Ihr Vorschlag erfolgte als Reaktion auf die Verleihung des Ehrentitels an den Historiker Ioan Vlad, der in seiner Dankesrede im Oktober xenophobe und fragwürdige Aussagen über die Rolle der siebenbürgisch-sächsischen Minderheit in Kronstadt gemacht hatte. Die Stadträtin rief dazu auf, darüber nachzudenken, wie solche Formen der Verleumdung aktiv und nachhaltig bekämpft werden können. „Im Vorstand haben wir mit knapper Mehrheit beschlossen, zunächst abzuwarten, um zu sehen, ob die Information an die Öffentlichkeit gelangt, damit das Forum Vlad keine zusätzliche Bühne bietet”, sagte Paul Binder. Zugleich versicherte er, dass das Forum in dieser Frage wachsam bleiben werde. Ausführliche Berichte über Grigorius Tätigkeit im Stadtrat veröffentlicht die „Karpatenrundschau“ monatlich.
Persönlicher Einsatz erforderlich
Nicht zuletzt wurde bei der Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung beschlossen. Künftig soll der Vorsitzende als alleiniger Stimmberechtigter Dokumente unterzeichnen – bislang war dies Aufgabe des gesamten Vorstands. Dies solle die Arbeitsabläufe vereinfachen und Zeit sparen. Die übrigen Vorstandsmitglieder sowie der Schatzmeister werden weiterhin in Beschlüssen der Mitgliederversammlung und des Vorstandes festgehalten. Das Forum beabsichtigt, die begonnenen Projekte fortzuführen und neue Vorhaben umzusetzen. Vorraussetzung dafür sei jedoch, so Binder, der persönliche Einsatz jedes Einzelnen. „Wenn du Gutes willst, muss das Gute in erster Linie von dir ausgehen. Wenn wir also eine gut verwurzelte Gemeinschaft im Geist ihrer geschichtlich bewiesenen Stärke und Moralität haben wollen, muss es in erster Linie intern bei uns beginnen”.
Laura Căpățână Juller
Bei der Mitgliederversammlung haben zahlreiche Mitglieder und Sympathisanten teilgenommen. Foto: Uwe Leonhardt
Die Kronstädter Wochenschrift "Karpatenrundschau" erscheint als Beilage in der "Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien".
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