… was sich verändert hat und was nicht
20.02.26
Notizen nach einer Wanderung über den Langen Rücken in der Schulerau
Rund drei Jahre sind vergangen, seit der Verfasser dieser Zeilen an einem sonnigen Januarsonntag des Jahres 2023 eine Wanderung, einen ausgiebigeren Spaziergang auf dem Langen Rücken in der Schulerau unternommen hatte, worüber dann ein Bericht in der „Karpatenrundschau“ erschienen war („Überraschungen auf dem Langen Rücken“, KR Nr. 3 vom 19. Januar 2023). Am ersten Februarsonntag d.J. wanderte der Unterzeichnete erneut über die gleichen Wiesen und durch die gleichen Waldabschnitte, um mal wieder frische Luft zu schnappen - und auch ein bisschen getrieben von der Neugier, was sich in diesem Gebiet im Zeitraum von drei Jahren verändert hat und was nicht.
Es war wieder ein sonniger Sonntag, und wieder gab es wenig Schnee, allerdings etwa mehr als vor drei Jahren. Als erstes fiel uns etwas auf, worüber wir uns auch schon vor drei Jahren geärgert hatten: Wieder waren auf dem gleichen Weg Quads unterwegs, die Lärm machen, die Luft verpesten und tiefe Spuren auf dem Wanderweg und in der Grasnarbe der Wiesen hinterlassen. Eigentlich müsste sowas verboten sein. Erfreulicher war der Anblick einer Gruppe von fünf Reitern auf ihren schönen, wohlgenährten Pferden, der wir begegneten. Wortfetzen, die hin und her flogen, entnahmen wir, dass sie eine Fremdsprache sprachen. Vielleicht Ukrainisch.
Als wir vor drei Jahren die Wiese erreichten, auf der seit dem Jahr 1992 die Schulfeste der Kronstädter Honterusschule abgehalten werden, hatte uns der Anblick einer in nächster Nähe befindlichen Baustelle überrascht. Auf dem Abhang Richtung Glasergraben stand damals bereits der Rohbau einer kleinen Kirche, laut Bauschild eine griechisch-katholische Kapelle, als deren Bauherr die Ţiriac-Stiftung (Bukarest) angegeben war. Nun wollten wir sehen, ob die Bauarbeiten, für die laut Baugenehmigung 36 Monate ab Baubeginn am 18. April 2022 veranschlagt worden waren, abgeschlossen sind. Das ist nicht der Fall. Die Baustelle ist noch immer weitläufig eingezäunt, eine Seitenfassade ist eingerüstet. Aber die vergoldete Kuppel und das ebenfalls strahlend goldene Dach sind nicht zu übersehen. Die Arbeiten am laut Bauschild zum gleichen Baukomplex gehörenden Verwaltungsgebäude, etwa 150 Meter waldeinwärts, sind offenbar weitgehend abgeschlossen.
Neu war für uns diesmal, dass ein Stück des Weges vom sogenannten Blauen Kreuz (an der Straße in die Schulerau) zur Honterusfest-Wiese zum Fernwanderweg Via Transilvanica gehört, der von Putna in der Bukowina bis Drobeta Turnu-Severin an der Donau (über 1400 km) führt. Das zeigte uns ein Via-Transilvanica-Kilometerstein an, den wir auf dem Langen Rücken entdeckten. Genauer gesagt handelt es sich um einen Ableger der Via Transilvanica, genannt Terra Borza Teutonica (Das teutonische Burzenland, wobei hier wohl „teutonisch“ mit „deutsch“ gleichzusetzen ist), der von der an der Via Transilvanica gelegenen Ortschaft Deutsch-Weißkirch im Repser Ländchen über Deutsch-Tekes, Şinca, Poiana Mărului, Rosenau und die Schulerau bis Kronstadt führt, 172 km lang ist und im Juni 2025 eingeweiht wurde. Sein Zielpunkt ist der Kilometerstein auf dem alten Marktplatz in Kronstadt, am Straßeneck zur Hirschergasse.
Wolfgang Wittstock
Aus Andesit gefertigter Kilometerstein der Via Transilvanica / Terra Borza Teutonica auf dem Langen Rücken in der Schulerau. Foto: der Verfasser
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